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	<title>Netzivilisation</title>
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	<description>Aussichten auf die mediale Gesellschaft</description>
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		<title>Netzivilisation</title>
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		<title>Burnout in der IT-Branche</title>
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		<pubDate>Wed, 15 Dec 2010 07:40:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Panther Ray</dc:creator>
				<category><![CDATA[aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Wie das Netz das Denken beeinflusst]]></category>
		<category><![CDATA[Burnout]]></category>
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		<description><![CDATA[Wie Prävention in der Praxis gelingt Katrin Braun Pressestelle Universität Duisburg-Essen 14.12.2010 09:31 Von der einst „schönen neuen Arbeitswelt“ ist die Informationstechnik-Branche (IT) inzwischen weit entfernt: Der Preis- und Kostendruck im Projektgeschäft mit immer engeren Zeit- und Budgetvorgaben bringt viele &#8230; <a href="http://netzivilisation.wordpress.com/2010/12/15/burnout-in-der-it-branche/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=netzivilisation.wordpress.com&amp;blog=8305859&amp;post=1071&amp;subd=netzivilisation&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1><a href="http://netzivilisation.files.wordpress.com/2010/12/netzivilisation-9c4d0b63-d93e-429c-bfd0-0c817e587a6d.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1076" title="netzivilisation 9C4D0B63-D93E-429C-BFD0-0C817E587A6D" src="http://netzivilisation.files.wordpress.com/2010/12/netzivilisation-9c4d0b63-d93e-429c-bfd0-0c817e587a6d.jpg?w=640&#038;h=425" alt="" width="640" height="425" /></a></h1>
<h1><span style="color:#808080;"><strong>Wie Prävention in der Praxis gelingt </strong></span></h1>
<div id="@p401584-author_text">Katrin Braun</div>
<div id="@p401584-department_id">Pressestelle</div>
<p><a href="http://idw-online.de/pages/de/institution801">Universität Duisburg-Essen</a></p>
<div id="@p401584-official_date">14.12.2010 09:31</div>
<div>Von  der einst „schönen neuen Arbeitswelt“ ist die  Informationstechnik-Branche (IT) inzwischen weit entfernt: Der Preis-  und Kostendruck im Projektgeschäft mit immer engeren Zeit- und  Budgetvorgaben bringt viele Beschäftigte an die Leistungsgrenze.  Psychische Erschöpfungszustände sind unter IT-Spezialisten weit  verbreitet. Die Ursachen für Stress und Burnout und wie man in der  Praxis vorbeugen kann, untersucht eine aktuelle Publikation aus dem  Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen.</div>
<div>Der  Sammelband enthält die Ergebnisse des dreieinhalbjährigen  BMBF-geförderten Projektes „Demografischer Wandel und Prävention in der  IT-Wirtschaft“. Am Forschungsverbund „DIWA-IT“ waren neben dem IAQ das  Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung (ISF/München) sowie das  Büro Moderne Arbeitszeiten (Dortmund) beteiligt.</div>
<div id="@p401584-@l0-text">
<p>„Arbeitsausfälle und Leistungsprobleme, verursacht durch Stress und  Burnout, treten in zunehmend mehr Unternehmen der IT-Branche offen  zutage“, so die Herausgeber Dr. Anja Gerlmaier und Dr. Erich Latniak.  Dennoch werde das Thema bisher eher als individuelles Schicksal  betrachtet, dessen Ursachen primär in der Person, etwa ihrer  Überengagiertheit, ihrem möglichen Alkoholkonsum oder gesundheitlichen  Vorerkrankungen gesucht werden. Damit werde allerdings die Chance  vertan, auch die arbeitsbedingten Ursachen für Überforderungen zu  identifizieren. Durch betriebliche Prävention kann die Arbeits- und  Leistungsfähigkeit der „modernen Wissensarbeiter“ dauerhaft gesichert  werden.</p>
<p><span style="color:#808080;"><strong>Stresspräventionskonzept</strong></span></p>
<p>Neben einer Bestandsaufnahme der Belastungs- und Gesundheitssituation in  der IT-Wirtschaft sollte in dem Projekt das Problembewusstsein für  Fragen des demografischen Wandels und der Prävention in IT-Unternehmen  und -Verbänden geschärft werden. Es ging um gute Praxislösungen für  Arbeitsgestaltung und Unternehmenskultur und neue Präventionskonzepte  speziell für verschiedene Phasen wie Berufseinstieg, Führung,  Familienphase, ältere Beschäftigte. Erste Ergebnisse und Erfahrungen mit  einem vom IAQ entwickelten Stresspräventionskonzept zeigen, dass etwa  zwei Drittel der Teilnehmer auch ein Jahr nach Abschluss ihres Workshops  die dort vermittelten Ansätze zur Stressminderung anwenden.</p>
<p>Zahlreiche Fallbeispiele belegen, wie Konzepte zur Stressprävention  gemeinsam von Belegschaft, Management und Interessenvertretung  erarbeitet und umgesetzt werden können. Unter anderem werden Ideen  gerade für kleine und mittelständische Unternehmen vorgestellt, oder ein  flexibles Arbeitszeitmodell in einem Pilotbetrieb, das den  betrieblichen und Kunden-Anforderungen genügt und gleichzeitig durch  individuelle Zeitspielräume und Pausengestaltung die Work-Life-Balance  der Beschäftigten verbessert.</p>
<p>Weitere Informationen:<br />
<a href="http://www.asanger.de/titeluebersicht/arbeitbetrieb/burnout-in-der-it-branche.php" target="_new">http://www.asanger.de/titeluebersicht/arbeitbetrieb/burnout-in-der-it-branche.ph&#8230;</a><br />
Dr. Anja Gerlmaier, Tel. 0203/379-2408, anja.gerlmaier@uni-due.de; Dr.  Erich Latniak, Tel. 0203/379-1814, erich.latniak@uni-due.de</p>
<p>Redaktion: Claudia Braczko, Tel. 0170/8761608, presse-iaq@uni-due.de</p>
</div>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/netzivilisation.wordpress.com/1071/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/netzivilisation.wordpress.com/1071/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/netzivilisation.wordpress.com/1071/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/netzivilisation.wordpress.com/1071/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/netzivilisation.wordpress.com/1071/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/netzivilisation.wordpress.com/1071/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/netzivilisation.wordpress.com/1071/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/netzivilisation.wordpress.com/1071/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/netzivilisation.wordpress.com/1071/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/netzivilisation.wordpress.com/1071/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/netzivilisation.wordpress.com/1071/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/netzivilisation.wordpress.com/1071/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/netzivilisation.wordpress.com/1071/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/netzivilisation.wordpress.com/1071/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=netzivilisation.wordpress.com&amp;blog=8305859&amp;post=1071&amp;subd=netzivilisation&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Leaks als Geschäftsmodell.</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Dec 2010 09:08:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Panther Ray</dc:creator>
				<category><![CDATA[aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Wie das Netz das Denken beeinflusst]]></category>
		<category><![CDATA[Geheimnisverrat]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
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		<category><![CDATA[Wikileaks]]></category>

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		<description><![CDATA[aus Neue Zürcher Zeitung, 14. 12. 2010 Illegal? Mausklick-egal. ras. · Wenn Chaoten durch Strassen ziehen, Scheiben einschlagen und den Verkehr behindern, provoziert dies regelmässig empörte Kommentare. Wenn sich &#8211; wie dieser Tage &#8211; Fans von Wikileaks zusammentun und mit &#8230; <a href="http://netzivilisation.wordpress.com/2010/12/14/leaks-als-geschaftsmodell/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=netzivilisation.wordpress.com&amp;blog=8305859&amp;post=1067&amp;subd=netzivilisation&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>aus <em>Neue Zürcher Zeitung,</em> 14. 12. 2010</p>
<h1><span style="color:#808080;">Illegal? Mausklick-egal. </span></h1>
<p><span style="font-family:tlnog;"><strong><em>ras. </em></strong>· Wenn Chaoten  durch Strassen ziehen, Scheiben einschlagen und den Verkehr behindern,  provoziert dies regelmässig empörte Kommentare. Wenn sich &#8211; wie dieser  Tage &#8211; Fans von Wikileaks zusammentun und mit gezielten Angriffen  Websites lahmlegen, sind die Reaktionen verhalten. Höfliche Analysen und  Expertengespräche erscheinen. Von rein symbolischen Handlungen ist die  Rede. Tatsächlich sind beides Gewaltakte. Wer davon betroffen ist, wird  den Vorfall keineswegs lustig finden.</span></p>
<p><span style="font-family:tlnog;">Die unterschiedlichen Reaktionen  spiegeln einen Mentalitätswandel, den das Internet fördert. Das Netz der  Netze stärkt libertäre, wenn nicht anarchistische Allüren. Da hier eine  Handlung bloss aus ein paar Klicks auf die Tastatur besteht, scheint  alles so leicht wie legitim. Es geht ja keine Scheibe in die Brüche,  niemand wird physisch verletzt. So findet digitale Subversion weitherum  heimliche Sympathie.</span></p>
<p><span style="font-family:tlnog;">In dieser antiautoritären Stimmung  gerät jener, der die Wikileaks-Publikationen von US-Dokumenten kritisch  beurteilt, schnell in den Verdacht braver Staatsgläubigkeit. Und weil  die Kritiker meist Journalisten sind, heisst es dann, es gehe diesen  bloss um das Niederschreiben der neuen, im Internet herangewachsenen  Konkurrenten.</span></p>
<p><span style="font-family:tlnog;">Das stimmt nicht. Unbestritten  gehören Dokumente, welche Betrügereien, Menschenrechtsverletzungen oder  andere Rechtsverstösse belegen, ans Licht der Öffentlichkeit. Solches zu  tun, ist journalistische Pflicht. Ebenso braucht es kompromisslosen  Quellenschutz. Medienhäuser dürfen wegen entsprechender Publikationen  nicht polizeilich verfolgt werden. Eine Ausnahme von dieser  Medienfreiheit kann der Staat nur geltend machen, wenn die nationale  Sicherheit auf dem Spiel steht.</span></p>
<p><span style="font-family:tlnog;">Die bisherigen  Wikileaks-Publikationen zählen nicht zu diesem Ausnahmefall. In diesem  Sinne soll Wikileaks ebenfalls vom Schutz der Publikationsfreiheit  profitieren. Zwar erschüttert die Naivität, wie Journalisten Aussagen  von Diplomaten über Aussagen von anderen Politikern gleich schon als  bewiesene Tatsachen interpretieren. Doch auch das verantwortungslose  Verbreiten von Klatsch aus dem Diplomatenmilieu ist Teil der  Medienfreiheit.</span></p>
<p><span style="font-family:tlnog;">Zeitgeistinterpreten sagen, mit  dem Erstarken von Wikileaks verlören die Medien ihre zentrale Rolle als  Drehscheibe für Informationen. Theoretisch ja. Praktisch bleiben sie als  Organisatoren von massentauglicher Aufmerksamkeit wichtig. Nun  entbrennt ein harter Kampf ums Internet-Geschäftsmodell Geheimnisverrat.  Denn mit exklusiven Informationen können Medien ihre Marktposition  stärken. Die «Sonntags-Zeitung» hat auf ihrer Website eine Hotline für  Whistleblower eingerichtet. Dasselbe will die westdeutsche Gruppe WAZ  tun. Die Idee wird weitere Nachahmer finden. Staat und Gesellschaft  geraten unter argen Transparenz-Stress.</span></p>
<p><span style="font-family:tlnog;">_____________________________________________________________________________</span></p>
<p><strong>Openleaks vor dem Start </strong> <span style="font-family:bbbuk;"><em></em></span></p>
<p><span style="font-family:bbbuk;"><em>Eine Art Briefkasten </em></span></p>
<p><span style="font-family:tlnog;"><strong><em>ras.</em></strong> · Diese Woche  soll Openleaks starten, eine neue Enthüllungsplattform. Mit dabei sind  ehemalige Wikileaks-Aktivisten. Im Gegensatz zu Wikileaks will die neue  Website nichts selber veröffentlichen, wie Openleaks-Vertreter Herbert  Snorrason der «Süddeutschen Zeitung» am Montag sagte. «Wir bauen nur ein  sicheres Computernetzwerk, eine Art elektronischer Briefkasten. In den  kann jeder brisante Dokumente werfen und selbst bestimmen, wer die  Papiere bekommen soll.»</span></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/netzivilisation.wordpress.com/1067/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/netzivilisation.wordpress.com/1067/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/netzivilisation.wordpress.com/1067/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/netzivilisation.wordpress.com/1067/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/netzivilisation.wordpress.com/1067/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/netzivilisation.wordpress.com/1067/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/netzivilisation.wordpress.com/1067/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/netzivilisation.wordpress.com/1067/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/netzivilisation.wordpress.com/1067/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/netzivilisation.wordpress.com/1067/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/netzivilisation.wordpress.com/1067/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/netzivilisation.wordpress.com/1067/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/netzivilisation.wordpress.com/1067/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/netzivilisation.wordpress.com/1067/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=netzivilisation.wordpress.com&amp;blog=8305859&amp;post=1067&amp;subd=netzivilisation&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Sie plaudern sich die Finger wund</title>
		<link>http://netzivilisation.wordpress.com/2010/12/13/sie-plaudern-sich-die-finger-wund/</link>
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		<pubDate>Mon, 13 Dec 2010 09:12:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Panther Ray</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Wie das Netz das Denken beeinflusst]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Jugendsprache]]></category>
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		<description><![CDATA[aus Neue Zürcher Zeitung, 13. 12. 2010 Elektronische Kommunikationsmittel verleihen dem schriftlichen Austausch neue Dimensionen Die Jugend tippt dabei kräftig mit Der Siegeszug der Instrumente SMS und Internet hat die Bedeutung der Schriftlichkeit im privaten Austausch erhöht. Eine Zürcher Studie &#8230; <a href="http://netzivilisation.wordpress.com/2010/12/13/sie-plaudern-sich-die-finger-wund/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=netzivilisation.wordpress.com&amp;blog=8305859&amp;post=1061&amp;subd=netzivilisation&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>aus<em> Neue Zürcher Zeitung,</em> 13. 12. 2010</p>
<h2><a href="http://netzivilisation.files.wordpress.com/2010/12/simsen-39d25372-2acc-40e7-9178-37a6be674c05.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1064" title="simsen 39D25372-2ACC-40E7-9178-37A6BE674C05" src="http://netzivilisation.files.wordpress.com/2010/12/simsen-39d25372-2acc-40e7-9178-37a6be674c05.jpg?w=640" alt=""   /></a></h2>
<h2><strong>Elektronische Kommunikationsmittel verleihen dem schriftlichen Austausch neue Dimensionen</strong></h2>
<p><span style="font-family:bbbuk;"><span style="font-size:medium;">Die Jugend tippt dabei kräftig mit </span></span></p>
<p><span style="font-family:bbbug;"><strong>Der Siegeszug der Instrumente SMS und Internet  hat die Bedeutung der Schriftlichkeit im privaten Austausch erhöht. Eine  Zürcher Studie relativiert nun Bedenken, der oft informelle Charakter  könnte die Standardsprache der Jugend beeinflussen. </strong></span></p>
<p><span style="font-family:bbnok;color:#000000;"><em>Von Urs Bühler </em></span></p>
<p><span style="font-family:tlnog;">Wenigstens schreibt und liest sie  wieder! So lautet der Stossseufzer vieler Erwachsener, wenn es um die  Mediennutzung der heutigen Jugend geht: Kommunikationsmittel wie SMS,  E-Mails und Chats bescheren dem schriftlichen Austausch nicht nur in  dieser Altersgruppe eine Hochblüte, ähnlich wie Internet und  Pendlerzeitungen das tägliche Lesen wieder populär gemacht zu haben  scheinen. Hier wie dort stellt sich indes die Frage: Ist die neue  Popularität der Schriftlichkeit allenfalls erkauft durch einen Mangel an  Differenziertheit? Lässt die Bombardierung mit Satz-Häppchen, wie sie  in Gratiszeitungen und im SMS-Verkehr üblich sind, das Gespür für  vollständige Syntax verkümmern? Oder soll man sich lieber über die wort-  und formbildende Kraft freuen, über die nachgerade poetische  Verdichtung in der Kürzestform SMS &#8211; und wie ein Grossteil der  Wissenschaft von Wandel statt Zerfall sprechen?</span></p>
<p><span style="font-family:bbnog;"><strong>Schriftlicher Dialog </strong></span></p>
<p><span style="font-family:tlnog;">Als der sogenannte Short Message  Service (SMS) vor bald zwanzig Jahren erfunden wurde, glaubte kaum  jemand an sein Potenzial. Heute hat dieses Instrument einen Siegeszug  von beispiellosem Tempo hinter sich. Es werden in der Schweiz täglich  über 10 Millionen SMS verschickt, und das dazugehörige Verb «simsen» hat  sich im Duden eingenistet.</span></p>
<p><span style="font-family:tlnog;">Zu den Gründen für den sagenhaften  Erfolg gehört die neu geschaffene Möglichkeit eines diskreten und  unkomplizierten Austauschs quasi in Echtzeit. Da es sich zwar um eine  schriftliche Form handelt, die aber eine dialogische Funktion erfüllt,  spielen Eigenarten des mündlichen Sprachgebrauchs stark hinein. So  schreiben zum Beispiel viele Jugendliche ihre SMS gerne in Dialekt.</span></p>
<p><span style="font-family:tlnog;">Dürfte schon der Schritt von der  Schreibmaschine zum Computer die Art und Weise der Textproduktion  entscheidend verändert haben, so könnten die jüngsten Entwicklungen dies  noch potenzieren. Manche Beobachter prognostizieren gar ähnliche  Auswirkungen, wie sie die Erfindung des Buchdrucks mit sich brachte. Das  hat auch damit zu tun, dass Blogs und Plattformen wie Facebook die  Grenzen zwischen privatem und öffentlichem Schreiben verschwimmen  lassen. Dies wiederum gehört zu den Gründen dafür, dass sich eine  wachsende Zahl von wissenschaftlichen Untersuchungen aus verschiedenen  Disziplinen den zugehörigen Phänomenen widmet. Die Linguistin Christa  Dürscheid etwa erforscht am Germanistischen Seminar der Universität  Zürich seit Jahren Aspekte der Jugendsprache, auch im Kontext der neuen  Medien; ihre jüngste, soeben in Buchform herausgekommene Studie gilt der  Frage, ob die private Nutzung elektronischer Schreibformen den  Sprachgebrauch im schulischen Umfeld nachweislich beeinflusst.</span></p>
<p><span style="font-family:bbnog;"><strong>Dialekt fliesst in Schultexte </strong></span></p>
<p><span style="font-family:tlnog;">Das Forscherteam analysierte von  2006 bis 2009 akribisch rund 1000 schulische Arbeiten sowie ähnlich  viele elektronisch übermittelte Freizeittexte von Jugendlichen aus  Deutschschweizer Gymnasien, Sekundar- und Berufsschulen. Das Fazit: Der  Einfluss scheint geringer als angenommen. Er liess sich auf der  gewählten Versuchsbasis kaum nachweisen. Das galt auch für Schüler, die  nach eigenen Angaben privat besonders oft SMS, E-Mails und Chat-Beiträge  tippen. So kommen die Verfasser zum Schluss, dass die häufige Nutzung  dieser Formen in der Freizeit weder als Vor- noch als Nachteil für den  Erfolg im Deutschunterricht gelten könne.</span></p>
<p><span style="font-family:tlnog;">Gleichzeitig tritt im untersuchten  Material eine grosse Variationsbreite an Stilmitteln zutage, die  durchaus situationsgerecht eingesetzt werden. So fand sich  beispielsweise nur eine einzige der Inflektiv-Konstruktionen wie  «*freu*», die bei der Jugend im elektronischen Schriftverkehr sehr  beliebt sind, in einem Schultext wieder. Die Schlüsselfrage, ob die  Jugend heute ihren Stil noch den verschiedensten Schreibsituationen  anzupassen vermag, wird somit von den Verfassern tendenziell bejaht.</span></p>
<p><span style="font-family:tlnog;">Allerdings ist einzuschränken,  dass auf lexikalischer Ebene in einem bestimmten Bereich eine  Auffälligkeit verzeichnet wurde: Mundartliche Wörter flossen auffallend  oft in Schultexte ein. Das könnte eine Folge dessen sein, dass gerade  durch den SMS-Verkehr für viele Junge der Dialekt im schriftlichen  Umgang erste Wahl ist und so ein Konkurrenzverhältnis zur Schriftsprache  entsteht. Auch deshalb empfiehlt die Studie, dass die Schule das  Schreiben in unterschiedlichen Kontexten und Medien vermehrt zu  thematisieren habe.</span></p>
<p><span style="font-family:bbnog;"><strong>Noch viel zu forschen </strong></span></p>
<p><span style="font-family:tlnog;">Mit dem bei Sprachwissenschaftern  verbreiteten Reflex, Entwicklungen aller Art fast schon euphorisch zu  werten, wird in der vorliegenden Studie zwar angenehm zurückgehalten.  Umgekehrt erhalten hier aber auch jene eher seltenen Stimmen aus der  Forschung keine neue Munition, die nachdrücklich vor einem verkümmernden  Repertoire warnen. Zumal allgemeine Aussagen über die Entwicklung der  Sprachkompetenzen nur mit Hilfe von erweiterten Versuchsanlagen möglich  wären: Die Frage, inwiefern die Nutzungen elektronischer Medien  allgemein den Sprachgebrauch und die Sprachfähigkeiten über die Jahre  hinweg verändern, müsste in Langzeitstudien geklärt werden &#8211; was in  Zürich bereits vorbereitet wird.</span></p>
<p><span style="font-family:tlnog;">Gespannt sein darf man zudem auf  Resultate eines international angelegten Projekts, das eine überaus  breite Datenbasis für SMS-spezifische Sprachformen schafft: Vor einem  Jahr wurde unter anderem die Schweizer Bevölkerung aufgerufen, private  Kurznachrichten aus dem Speicher ihrer Mobiltelefone für  Forschungszwecke zur Verfügung zu stellen. Unter Federführung der  Universitäten Neuenburg und Zürich wird das so gesammelte Material nun  sprachwissenschaftlich untersucht. </span></p>
<p><span style="font-family:ullsg,Helvetica,Arial;"><span style="font-size:x-small;">Christa Dürscheid,  Franc Wagner, Sarah Brommer: Wie Jugendliche schreiben. Schreibkompetenz  und neue Medien. De Gruyter, Berlin/New York 2010.</span></span></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/netzivilisation.wordpress.com/1061/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/netzivilisation.wordpress.com/1061/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/netzivilisation.wordpress.com/1061/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/netzivilisation.wordpress.com/1061/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/netzivilisation.wordpress.com/1061/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/netzivilisation.wordpress.com/1061/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/netzivilisation.wordpress.com/1061/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/netzivilisation.wordpress.com/1061/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/netzivilisation.wordpress.com/1061/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/netzivilisation.wordpress.com/1061/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/netzivilisation.wordpress.com/1061/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/netzivilisation.wordpress.com/1061/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/netzivilisation.wordpress.com/1061/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/netzivilisation.wordpress.com/1061/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=netzivilisation.wordpress.com&amp;blog=8305859&amp;post=1061&amp;subd=netzivilisation&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">Timo Taubertal</media:title>
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			<media:title type="html">simsen 39D25372-2ACC-40E7-9178-37A6BE674C05</media:title>
		</media:content>
	</item>
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		<title>Assange.</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Dec 2010 09:54:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Panther Ray</dc:creator>
				<category><![CDATA[aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[geplatzt]]></category>
		<category><![CDATA[Julian Assange]]></category>
		<category><![CDATA[Kondom]]></category>
		<category><![CDATA[Seifenblas]]></category>
		<category><![CDATA[verhaftet]]></category>

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		<description><![CDATA[aus Neue Zürcher Zeitung, 10. 12. 2010 Verlorene Unschuld Assange unter Anklage Barbara Villiger Heilig · Als «geheim» oder «vertraulich» geltende Dokumente stehen im weltweiten Web. Inwiefern das richtig oder falsch ist, darüber debattieren die einen, die andern lesen unterdessen &#8230; <a href="http://netzivilisation.wordpress.com/2010/12/10/assange/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=netzivilisation.wordpress.com&amp;blog=8305859&amp;post=1056&amp;subd=netzivilisation&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://netzivilisation.files.wordpress.com/2010/12/seifenblase.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1057" title="Seifenblase" src="http://netzivilisation.files.wordpress.com/2010/12/seifenblase.jpg?w=640&#038;h=526" alt="" width="640" height="526" /></a></p>
<p>aus <em>Neue Zürcher Zeitung,</em> 10. 12. 2010</p>
<p><span style="font-family:bbnog;color:#808080;"><span style="font-size:24pt;"><strong>Verlorene Unschuld </strong></span></span> <span style="font-family:bbbuk;"><em></em></span></p>
<p><span style="font-family:bbbuk;color:#000000;"><em>Assange unter Anklage </em></span></p>
<p><span style="font-family:tlnog;"><strong><em>Barbara Villiger Heilig</em></strong> · Als «geheim» oder «vertraulich» geltende Dokumente stehen im  weltweiten Web. Inwiefern das richtig oder falsch ist, darüber  debattieren die einen, die andern lesen unterdessen Wikileaks; manche  tun beides. Der Gründer und Chef des Internetportals, Julian Assange,  ist aber nicht verhaftet worden, weil er die Dokumente publiziert hat,  sondern wegen vorgeworfener Vergewaltigung; und deshalb schaut die  Weltöffentlichkeit nun auch unter die Bettdecken zweier Frauen, die mit  Assange Sexualverkehr hatten. Was sich genau abspielte in den Betten,  ist naturgemäss schwierig zu rekonstruieren; meistens lädt man zum Sex  keine Zeugen ein.</span></p>
<p><span style="font-family:tlnog;">Was an Geschichten kursiert &#8211; sie  sind u.  a. die Basis für das Verfahren vor Gericht -, sieht etwa wie  folgt aus: Eine Schwedin namens Anna A. beherbergte Assange; sie teilten  nebst der Wohnung eines Abends auch das Bett. Kondome waren im Spiel,  eines soll geplatzt sein. Anna A. organisierte darauf eine Party für  Assange und zwitschert via Twitter Einladungen ins Blaue. Ihr  Nachtgefährte flirtete da bereits mit einer anderen Schwedin, Sophia W.,  die ihn auf einem Seminar erlebt hatte und sogar mit ihm ins Kino  gegangen war. Bei Anna A.s Party telefonierte Assange offenbar mit  Sophia W., um ein Treffen zu vereinbaren. Auch mit ihr sei er «intim  geworden», wie es heisst. Tage später lernten sich die beiden Damen  kennen, weil Sophia W. sich bei den Veranstaltern des Seminars nach dem  Verbleib von Assange erkundigte und per Telefon an Anna A. gelangte. Die  Szene darf man sich als Fernsehserien-würdig vorstellen, denn bei dem  Gespräch kam an den Tag, welch treuloser Lover Assange war. Für kein  weibliches Wesen wirkt ein solcher Moment speziell erhebend; in Filmen  sinnen die Betroffenen jeweils auf Rache.</span></p>
<p><span style="font-family:tlnog;">Im richtigen Leben scheinen Anna  A. und Sophia W. den Film gewechselt zu haben &#8211; von «Sex and the City»  zu «Desperate Housewives»: Sie marschierten gemeinsam zur Polizei, wo  das geplatzte Kondom die Hauptrolle übernahm. Aus den Liebesnächten  wurden so handkehrum Vergewaltigungen. Es ist alles eine Frage der  Definition, in Schweden freilich aufgrund des strengen Sexualstrafrechts  auch eine Frage der Gesetze und ihrer Auslegung. Ab welchem Punkt eine  erotische Begegnung in «Belästigung», «Nötigung» oder «Ausnützung von  Opfern» umschlägt, ist zwar weder inner- noch ausserhalb Schwedens in  jedem Fall blosse Interpretationssache. Im vorliegenden sieht es aber  deutlich danach aus; überlassen wir den Anwälten die Aufgabe,  herauszufinden, wer «schuld» war an Flirt, Anmache, Verführung bzw. wann  genau das Getändel umschlug in Gesetzesbruch. Möglicherweise entpuppt  sich ja der Kondom-Hersteller als Hauptschuldiger, er soll sich  vorsehen.</span></p>
<p><span style="font-family:tlnog;">Den Schwedinnen aber, allgemein,  blühen fortan keusche Zeiten, wenn sie in der Disco, wo bekanntlich gern  Alkohol konsumiert wird, auf Eroberung gehen (Geschlechtsverkehr mit  stark Alkoholisierten gilt in Schweden als Vergewaltigung). Was nämlich  die Männer betrifft, sind sie gut beraten, ihre Partnerinnen nach dem  Pass zu fragen, bevor sie konkreter werden, sprich: intimer.</span></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/netzivilisation.wordpress.com/1056/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/netzivilisation.wordpress.com/1056/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/netzivilisation.wordpress.com/1056/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/netzivilisation.wordpress.com/1056/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/netzivilisation.wordpress.com/1056/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/netzivilisation.wordpress.com/1056/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/netzivilisation.wordpress.com/1056/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/netzivilisation.wordpress.com/1056/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/netzivilisation.wordpress.com/1056/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/netzivilisation.wordpress.com/1056/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/netzivilisation.wordpress.com/1056/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/netzivilisation.wordpress.com/1056/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/netzivilisation.wordpress.com/1056/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/netzivilisation.wordpress.com/1056/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=netzivilisation.wordpress.com&amp;blog=8305859&amp;post=1056&amp;subd=netzivilisation&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">Timo Taubertal</media:title>
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			<media:title type="html">Seifenblase</media:title>
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	</item>
		<item>
		<title>Noch einmal: Wikileaks.</title>
		<link>http://netzivilisation.wordpress.com/2010/12/07/noch-einmal-wikileaks/</link>
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		<pubDate>Tue, 07 Dec 2010 09:29:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Panther Ray</dc:creator>
				<category><![CDATA[aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Geschäftsgebaren]]></category>
		<category><![CDATA[Wikileaks]]></category>

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		<description><![CDATA[aus Neue Zürcher Zeitung, 7. 12. 2010 Seltsame Händel um Wikileaks ras. · Wie selbstlos sind die Aktionen von Wikileaks und deren Partner? Blicken wir zurück: Radio Basel erregte letzte Woche über die Schweiz hinaus Aufmerksamkeit. Dies, weil dessen Chef, &#8230; <a href="http://netzivilisation.wordpress.com/2010/12/07/noch-einmal-wikileaks/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=netzivilisation.wordpress.com&amp;blog=8305859&amp;post=1051&amp;subd=netzivilisation&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>aus <em>Neue Zürcher Zeitung</em>, 7. 12. 2010</p>
<h1><a href="http://netzivilisation.files.wordpress.com/2010/12/schwarzmarkt1.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1054" title="schwarzmarkt1" src="http://netzivilisation.files.wordpress.com/2010/12/schwarzmarkt1.jpg?w=640" alt=""   /></a></h1>
<h1><span style="color:#999999;"><strong>Seltsame Händel um Wikileaks </strong></span></h1>
<p><span style="font-family:tlnog;"><strong><em>ras.</em></strong> · Wie selbstlos  sind die Aktionen von Wikileaks und deren Partner? Blicken wir zurück:  Radio Basel erregte letzte Woche über die Schweiz hinaus Aufmerksamkeit.  Dies, weil dessen Chef, Christian Heeb, pfiffig war und als Erster an  die Wikileaks-Informationen des «Spiegels» herankam, welche das Magazin  erst einen halben Tag später unters Volk bringen wollte. Heeb handelte  legal und hatte also das Recht, darüber zu berichten. Er sendete erste  Informationen, brach aber ab, weil der «Spiegel» einen Handel anbot:  US-Dokumente über die Schweiz gegen Einhaltung einer Sperrfrist.</span></p>
<p><span style="font-family:tlnog;">Hier ging es um eine geschäftliche  Absicherung im Kampf um exklusive Informationen. Kein Geld floss, aber  «heisse» Informationen wurden getauscht. Wer solche besitzt, kann ja  daraus ein Geschäft machen. Für den «Spiegel» zahlen sie sich offenbar  aus. Die erste Wikileaks-Ausgabe verkaufte sich sehr gut, und am Freitag  kommt zudem ein Spezialheft über die «enthüllte Supermacht» auf den  Markt.</span></p>
<p><span style="font-family:tlnog;">Sperrfristen sind im  Kommunikationssektor eine oft gebrauchte Massnahme, um Journalisten  gleich zu behandeln und ihnen eine von Konkurrenzdruck geschützte  Vorbereitungszeit zu ermöglichen. In diesem Fall profitierten aber nur  ein paar wenige Medien. Laut der «Washington Post» verlangte Wikileaks  von den Partnern das Recht, bei Verletzung der Sperrfrist eine «Busse»  von 100  000 Dollar zu kassieren.</span></p>
<p><span style="font-family:tlnog;">Interessant scheint dabei, dass  die «New York Times» («NYT») diesmal nicht von Wikileaks privilegiert  wurde, sondern über den «Guardian» Erstinformationen erhielt. War die  «NYT» in Ungnade gefallen, weil sie ein kritisches Porträt über den  Wikileaks-Chef Julian Assange verbreitet hatte? So mutmasste der  «NYT»-Chefredaktor. Die «Washington Post» wiederum kontaktierte den  «Guardian» zwecks einer Kooperation, was dieser ablehnte.</span></p>
<p><span style="font-family:tlnog;">Man sieht: Im Fall Wikileaks  spielen die profanen Mechanismen des Medienbetriebs. Jeder will Geld  verdienen, und Dokumente teilt man mit Konkurrenten gemäss eigenen  Interessen. Missliebigen wiederum droht eine Abstrafung durch Ausschluss  vom Informationsfluss. Als Inhaber der heissen Ware verfügt Julian  Assange über grosse Macht gegenüber seinen Partnern. Warum und wann er  welche Dokumente an wen verteilt &#8211; all das bleibt für die Öffentlichkeit  jedoch im Dunkeln. Solches Gebaren ist kein Musterbeispiel für  Transparenz. Wikileaks steht vielmehr im Widerspruch mit sich selbst.</span></p>
<p><span style="font-family:tlnog;">Überdies förderten die  Enthüllungen bisher nichts Wichtiges zutage, das nicht schon bekannt  gewesen wäre. Wozu also der Aufwand? Das tropfenweise Streuen von  diplomatischen Dokumenten gleicht einem Informationskrieg, der ein  öffentliches Klima der Angst und Verunsicherung schaffen soll. Das sind  die Methoden des Terrors.</span></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/netzivilisation.wordpress.com/1051/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/netzivilisation.wordpress.com/1051/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/netzivilisation.wordpress.com/1051/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/netzivilisation.wordpress.com/1051/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/netzivilisation.wordpress.com/1051/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/netzivilisation.wordpress.com/1051/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/netzivilisation.wordpress.com/1051/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/netzivilisation.wordpress.com/1051/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/netzivilisation.wordpress.com/1051/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/netzivilisation.wordpress.com/1051/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/netzivilisation.wordpress.com/1051/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/netzivilisation.wordpress.com/1051/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/netzivilisation.wordpress.com/1051/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/netzivilisation.wordpress.com/1051/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=netzivilisation.wordpress.com&amp;blog=8305859&amp;post=1051&amp;subd=netzivilisation&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">Timo Taubertal</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://netzivilisation.files.wordpress.com/2010/12/schwarzmarkt1.jpg" medium="image">
			<media:title type="html">schwarzmarkt1</media:title>
		</media:content>
	</item>
		<item>
		<title>Wikileaks? Na ja&#8230;</title>
		<link>http://netzivilisation.wordpress.com/2010/12/05/wikileaks-na-ja/</link>
		<comments>http://netzivilisation.wordpress.com/2010/12/05/wikileaks-na-ja/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 05 Dec 2010 22:56:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Panther Ray</dc:creator>
				<category><![CDATA[aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Wikileaks]]></category>

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		<description><![CDATA[aus: FAZ.NET Die Soziologie des Lügens Immer treu und redlich? Wer Geheimnisse verrät, gilt als Schuft. Oder als Held, je nachdem. Wie viel Aufrichtigkeit verträgt ein Sozialwesen? Der Fall „Wikileaks“ ist ein schönes Beispiel dafür, was passiert, wenn diese Regeln &#8230; <a href="http://netzivilisation.wordpress.com/2010/12/05/wikileaks-na-ja/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=netzivilisation.wordpress.com&amp;blog=8305859&amp;post=1039&amp;subd=netzivilisation&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://netzivilisation.files.wordpress.com/2010/12/maskerade-vor-den-kopf-stoc39fen-510x510.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1045" title="Maskerade-Vor-den-Kopf-stoßen-510x510" src="http://netzivilisation.files.wordpress.com/2010/12/maskerade-vor-den-kopf-stoc39fen-510x510.jpg?w=640" alt=""   /></a></p>
<p>aus: FAZ.NET</p>
<h1><span style="color:#999999;"><strong>Die Soziologie des Lügens</strong></span></h1>
<h2><em>Immer treu und redlich?</em></h2>
<p>Wer  Geheimnisse verrät, gilt als Schuft. Oder als Held, je nachdem. Wie  viel Aufrichtigkeit verträgt ein Sozialwesen? Der Fall „Wikileaks“ ist  ein schönes Beispiel dafür, was passiert, wenn diese Regeln verletzt  werden.</p>
<p><span style="color:#808080;"><em><strong>Von Jürgen Kaube</strong></em></span></p>
<p><em>5. Dezember 2010</em></p>
<p>Jede  soziale Beziehung beruht darauf, dass die Beteiligten zwar etwas und  vielleicht sogar viel, aber längst nicht alles voneinander wissen. Die  Diskretion, die man wahrt, die Zudringlichkeit, die man vermeidet, sind  Elemente des zivilen Umganges miteinander. Das gilt für Ehepaare so gut  wie für Chefs und Angestellte oder eben auch für Staaten.</p>
<p>Der Fall  „Wikileaks“ ist ein schönes Beispiel dafür, was passiert, wenn diese  Regeln verletzt werden. Die am häufigsten fallenden Begriffe sind in  diesem Zusammenhang: Betrug, Transparenz, Verrat, Öffentlichkeit,  Aufklärung, Verlogenheit, Geheimnis. Mal sind dabei die Lügen der  Politik und der Diplomatie gemeint, mal wird „Wikileaks“ die Zerstörung  von politischem Vertrauen vorgeworfen. Darauf entgegnen die Verteidiger  der Publikation geheimer Dokumente, mit dem Vertrauen sei es, wenn man  die Texte der Diplomaten über andere Politiker lese, offenbar sowieso  nicht weit her. Außerdem gehöre Politik qua definitionem zur „res  publica“, also zu den öffentlichen Dingen. Dem wiederum steht die  Feststellung entgegen, dass das Briefgeheimnis auch und vielleicht sogar  in besonderer Weise für Amtsträger zu gelten hat.</p>
<p><span style="color:#808080;"><strong>Nicht lügen ist theoretisch leicht </strong></span></p>
<p>Vor mehr als hundert  Jahren wurde eine Tradition der Soziologie begründet, die sich genau mit  diesen Fragen beschäftigt. Ihre Gründungsdokumente sind zwei Texte von  Georg Simmel: Seine 1899 verfasste „Psychologie und Soziologie der Lüge“  sowie das fünfte Kapitel seiner 1908 erschienenen „Soziologie“ unter  dem Titel „Das Geheimnis und die geheime Gesellschaft“. Beide  beschäftigen sich mit der Frage, wie viel Aufrichtigkeit das soziale  Leben braucht und wie viel es davon aushält.</p>
<p>Es gibt, schreibt  Simmel, eine besondere Beziehung der Wahrhaftigkeit zum Ich-Gefühl. Das  Ideal, nicht zu lügen, ist, psychologisch betrachtet, viel leichter zu  erfüllen als alle anderen Tugenden. Es liegt nur am Individuum, es nicht  zu tun. Der Lügner dagegen verletzt nicht nur Pflichten gegen andere,  er tritt buchstäblich auch in Widerspruch zu sich selbst.</p>
<p><span style="color:#808080;"><strong>Wer einmal lügt&#8230; </strong></span></p>
<p><em>Zum Thema</em></p>
<ul>
<li><a href="http://www.faz.net/s/RubDDBDABB9457A437BAA85A49C26FB23A0/Doc%7EE87BAA38460B34129926E80B3EAEEC5B0%7EATpl%7EEcommon%7EScontent.html">„Wikileaks“-Veröffentlichung: Amerika düpiert seine Verbündeten</a></li>
<li><a href="http://www.faz.net/s/Rub501F42F1AA064C4CB17DF1C38AC00196/Doc%7EEDFA320ACEF054326AB28DA174761BF5C%7EATpl%7EEcommon%7EScontent.html">Wikileaks-Gründer Assange soll hinter Gitter</a></li>
<li><a href="http://www.faz.net/s/RubFC06D389EE76479E9E76425072B196C3/Doc%7EE870FD25D01AE4049A21A89BCAD7A08FF%7EATpl%7EEcommon%7EScontent.html">Wikileaks: Bundesregierung will schweigen</a></li>
<li><a href="http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7/Doc%7EEB2E80EF48BE840D69F90FA20AC982235%7EATpl%7EEcommon%7EScontent.html">Frühkritik Anne Will: „Die Deutschen sind sehr gesprächig“</a></li>
<li><a href="http://www.faz.net/s/RubDDBDABB9457A437BAA85A49C26FB23A0/Doc%7EEA6253F73150B4E33ADE613D197B1EF9E%7EATpl%7EEcommon%7EScontent.html">Wikileaks: „Der 11. September für die Diplomatie“</a></li>
</ul>
<p>Denn der Lügner muss, Simmel zufolge, stets zwei Vorstellungsreihen  in seinem Bewusstsein wachhalten – seine wirkliche Meinung und die nach  außen dargestellte. Das spaltet seine Persönlichkeit, macht aber auch  ein besonderes Geschick erforderlich. Die Lüge muss im Einklang mit  Tatsachen stehen, in deren Bild sie jedoch etwas einfügt, was nicht  dahin gehört. Leicht zieht eine Lüge dann weitere nach sich, die zur  Unterstützung der ersten („Wir hatten noch eine späte Sitzung, Schatz“)  eingesetzt werden. Neurowissenschaftliche Studien haben ergeben, dass  gelogene Antworten stets um Bruchteile einer Sekunde später erfolgen als  wahre.</p>
<p>Der Lügner galt Simmel als Inbegriff dessen, der nicht nur  gegen das Gute agiert, sondern auch gegen das Wahre. Insofern schwimme  er gegen den Strom. Das freilich gilt nur für Lügner, die in der Sache  lügen. Ein wenig anders verhält es sich mit Leuten, die Freundlichkeit  vorgeben und in Wahrheit unfreundlich sind, die also über Tatsachen  hinwegtäuschen, die sie selbst betreffen. Sie lügen nicht, sie spielen  eine Rolle.</p>
<p><span style="color:#808080;"><strong>Rollenspiel oder Lüge?</strong></span></p>
<p>Das Rollenspiel besitzt  nun aber die Eigenschaft, dass dem Spieler im Unterschied zum Lügner  ein Teil seines Aufwandes an Verstellung von der sozialen Situation  abgenommen wird. Es war der amerikanische Botschafter ja schließlich  nicht von der Kanzlerin gefragt worden, ob er sie für kreativ halte oder  was er denn so über ihren Außenminister denke. Er musste gar nicht  lügen. Zeremoniell, Höflichkeit, Rhetorik erlauben es dem, der sich  verstellt, mit dem gesellschaftlichen Strom zu schwimmen. Ja, es ist  mitunter nicht einmal Verstellung im Spiel: Von Diplomaten wird  traditionell erwartet, dass sie nach außen verbindlich sind. Der  Aphorismus, wonach Diplomatie die Kunst sei, zweimal nachzudenken, bevor  man gar nichts sage, beschreibt dieses Zuhausesein in Formalitäten.</p>
<p>Der  Begriff der sozialen Rolle, den der amerikanische Ethnologe Ralph  Linton 1936 einführte, meint genau dies: allgemeine Erwartungen, die das  Individuum davon entlasten, all seine Handlungen auf die eigene Kappe  zu nehmen. Die Rolle befreit vom Vorwurf der Lüge. Das Individuum  verstellt sich nicht, sondern es handelt zum Beispiel als Kellner,  Vater, Kläger oder Wähler auf jeweils unterschiedliche Weise, die es  selbst nicht begründen muss. Diplomatie ist für die soziologische  Rollentheorie schon darum ein paradigmatischer Fall, weil in diesem Wort  zwei Bedeutungen zusammenkommen. Die eine meint politische  Gesandtschaften, die andere Techniken der Imagepflege, also des  Versuchs, vor anderen ein Selbstbild aufrechtzuerhalten. Diplomatisch  wird insofern auch außerhalb der Diplomatie agiert.</p>
<p><span style="color:#808080;"><strong>Diplomatische Anfänge </strong></span></p>
<p>Die  Diplomatie im engeren Sinne ist Kind eines Zeitalters, in dem zum  ersten Mal offen und positiv über Täuschung als Mittel der Politik  gesprochen wurde. Den Anfang machte 1455 das Herzogtum Mailand, als es  seine Vertreter bei der Republik Genua als ständige Gesandte  bezeichnete. Es war, wie Pietro Gerbore in seiner Geschichte der  Diplomatie formulierte, die Zeit der Ränkespiele des Mailänder Herzogs  Ludovico Sforza, genannt „il Moro“, der Dunkle, und die des  berüchtigtsten aller politischen Theoretiker, Niccolò Machiavelli, der  auf Jahrhunderte hinaus verhasst war, eben weil er die Verstellung als  ganz normales Mittel der Politik bezeichnet hatte.</p>
<p>Dass Gesandte  ein freundliches Gesicht gegenüber Politikern machen, die sie in ihren  Berichten anschließend in scharfe Beleuchtung setzen, ist seitdem  erwartbar. Wer es Lüge nennt, sollte sich fragen, wie viel er selber  seiner Umgebung von sich preisgibt. Dass die Grundunterscheidung des  diplomatischen Handelns die zwischen Vorderbühne und Hinterbühne ist,  sollte eigentlich niemanden überraschen.</p>
<p><span style="color:#808080;"><strong>Zwei verschiedene Rollenerwartungen </strong></span></p>
<p>Der  1982 verstorbene kanadische Forscher Erving Goffman, eine  Jahrhundertfigur der empirischen Sozialforschung, hat diese  Unterscheidung als eine allgegenwärtige gesellschaftliche Struktur  beschrieben. Für Goffman ist das soziale Leben vor allem vom Versuch  aller Beteiligten bestimmt, ihr Gesicht zu wahren. Um weder das  persönliche Gesicht noch das der jeweiligen Rolle zu verlieren, müssen  bestimmte Handlungen unsichtbar bleiben. So ist der Kellner zwar  derjenige, der den Gast bedient. Er ist gleichzeitig aber auch Kollege  der anderen Kellner. Beides passt nicht immer zusammen, also wird die  Interaktion mit den Kollegen auf die Hinterbühne des Restaurants  verlagert, auf der dann der Klatsch über die Gäste gemeinschaftsbildend  wirkt. Man sieht sofort die Analogie zum Diplomaten, der ebenfalls zwei  komplementäre Rollenerwartungen kennt: die seines Dienstherrn und die  der Politiker, mit denen er umgeht.</p>
<p>Der norwegische Soziologe  Vilhelm Aubert hat in seinen „Elements of Sociology“ von 1967 drei  Strategien identifiziert, die in solchen Fällen zum Einsatz kommen. Zum  einen ist das die räumliche Trennung des Publikums von den Akteuren in  Form von Restaurantküchen, Lehrerzimmern, Büros ohne Publikumsverkehr.  Oder es bildet sich eine zeitliche Hinterbühne, wie beim Gespräch der  Eltern, wenn die Kinder zu Bett gebracht wurden. Auch Frau Merkels  SMS-Gebrauch gehört dazu, und man würde sich vermutlich wundern, wenn  „Wikileaks“ diese Dokumente publizieren würde.</p>
<p><span style="color:#808080;"><strong>„Geheimsprache“ </strong></span></p>
<p>Eine  zweite Strategie besteht in der Verwendung von Sprachen, die das eine  Publikum versteht, das andere aber nicht, etwa wenn Ärzte untereinander  Latein vor Patienten reden. Oder wenn Eltern sich in Anwesenheit der  Kinder nur mittels Anspielungen verständigen. Und schließlich ist auch  das Spezialistentum ein Weg, Rollenkonflikte in einer Person zu  vermeiden: Wenn die Amerikaner beispielsweise für das freundliche  Auftreten gegenüber der Kanzlerin den Botschafter beschäftigt hätten und  für die abfälligen Berichte einen eigenen Geheimdienstmann, hätte der  US-Botschafter Philip Murphy jetzt kein persönliches Imageproblem.</p>
<p>Jede  soziale Situation hat insofern im buchstäblichen oder übertragenen Sinn  eine Hinterbühne. Sogar dort, wo es erklärtermaßen um Öffentlichkeit  geht: Wenn Sitzungen des Parlaments im Fernsehen übertragen werden,  führt das nicht zu mehr Transparenz, sondern zur Klage über den dann  angetretenen Rückzug in die „Hinterzimmer“. Oder die Beschwerde lautet,  die Politiker stritten sich nur vor den Kameras, wenn diese hingegen  ausgeschaltet seien, herrsche Kumpanei. Man sieht: Ob die Kameras an  sind oder aus, ändert gar nichts an der Existenz von Hinterbühnen und  daran, dass vorn vor Publikum mindestens eine Seite Theater spielt.</p>
<p><span style="color:#808080;"><strong>Hinterbühnen in den Medien </strong></span></p>
<p>Joshua  Meyrowitz, ein Schüler Erving Goffmans, der an der Universität von New  Hampshire lehrt, hat daraus eine Theorie des Journalismus abgeleitet.  Insbesondere das Fernsehen, so seine These in „No Sense of place“  (deutsch: „Die Fernseh-Gesellschaft“, 1987), aber auch andere  elektronische Medien zerstören Hinterbühnen. So seien die Frauen in den  späten sechziger Jahren erst durch die Medien mit der Berufswelt ihrer  Männer bekanntgemacht worden, die Kinder mit dem, was Eltern sonst von  ihnen fernhalten wollten, das Volk schließlich mit dem Erscheinungsbild  seiner Politiker. So kam es, meint Meyrowitz, 1968 zum Protest einer vom  Fernsehen sozialisierten Generation.</p>
<p>Das leuchtet auch im  vorliegenden Fall ein: Allein die Tatsache, dass nun überall versucht  wird, bei „Wikileaks“ nachzuschauen, wer was über wen gesagt hat,  schleift die Hinterbühne der Diplomatie. Der Strukturwandel der  Öffentlichkeit durch das Internet ist hier deutlich greifbar. Wenn aber  die Diplomatie keine Lüge ist, sondern nur der Inbegriff des  Rollenhandelns, ohne das niemand auskommt – kann dann die Offenlegung  des diplomatischen Alltags Wahrheit sein? Missstände aufzudecken, die  sich auf Hinterbühnen verbergen, ist eine Aufgabe von Journalisten. Doch  ist die Existenz von Hinterbühnen selber ein Missstand?</p>
<p>Der Reiz  der Mitteilung liegt deshalb weniger auf der Sachebene als in der  Destruktion eines Images, im gezielten Kollabierenlassen einer  Vorderbühnendarstellung. Aber das betrifft nur den Botschafter  persönlich. Diplomatie an sich wird niemals im Sinne von „Wikileaks“  aufrichtig sein können. Es bleibt der Eindruck, dass das Interesse am  Botschafter, der vorne kratzfüßig ist und hinten ein Schandmaul, weniger  der Information und der Aufklärung dient als vielmehr der Unterhaltung.  So gesehen, tut „Wikileaks“ in diesem Fall nur, als decke es eine  Machenschaft auf. Und so gesehen, ist das Internetforum jetzt selbst zu  einem Beispiel dessen geworden, was es anprangert.</p>
<p>_______________________________________________________________________________________________________</p>
<p><strong><em>Nota.</em></strong></p>
<p><span style="color:#808080;">Da dieser Autor fein sachlich bleibt, darf ich mir die Bemrkung erlauben: Welchem Zweck <em>diese</em> Veröffentlichungsrunde von Wikileaks gedient hat, ist auch mir nicht ersichtlich. Eine Menge Peinlichkeiten, ja ja, aber wer hat was davon? Irgendeine politische Sensation ist bislang nicht ruchbar geworden. Und selbst wenn &#8211; ob durch die Abschaffung der Geheimdiplomatie der Frieden in der Welt sicherer oder die Verteilung der Reichtümer gerechter würde, ist durchaus fraglich.</span></p>
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			<media:title type="html">Timo Taubertal</media:title>
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		<item>
		<title>Tja, Wikileaks&#8230;</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Dec 2010 11:24:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Panther Ray</dc:creator>
				<category><![CDATA[aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Hacker-Ethos]]></category>
		<category><![CDATA[John-Perry Barlow]]></category>
		<category><![CDATA[Julian Assange]]></category>
		<category><![CDATA[Steven Levy]]></category>
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		<description><![CDATA[aus Ich sag mal&#8230; Hacker-Ethik versus Staatsbürokratien Eine erste Entscheidungsschlacht #wikileaks 4. Dezember 2010 Man wird sich diese Tage merken müssen, mit welchem Kesseltreiben, Staaten, Firmen und Politiker gegen die Enthüllungsplattform WikiLeaks vorgehen. Man wird sich überlegen müssen, ob man noch &#8230; <a href="http://netzivilisation.wordpress.com/2010/12/05/tja-wikileaks/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=netzivilisation.wordpress.com&amp;blog=8305859&amp;post=1033&amp;subd=netzivilisation&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>aus <em><a href="http://gunnarsohn.wordpress.com/2010/12/04/hacker-ethik-versus-staatsburokratien-eine-erste-entscheidungsschlacht-wikileaks/">Ich sag mal&#8230;</a></em></p>
<hr />
<h1><span style="color:#999999;"><strong>Hacker-Ethik versus Staatsbürokratien </strong></span></h1>
<h2><strong>Eine erste Entscheidungsschlacht #wikileaks</strong></h2>
<p><em>4. Dezember 2010</em></p>
<div id="pd_rating_holder_87522_post_4635"><img src="http://pixel.quantserve.com/pixel?a.1=p-18-mFEk4J448M&amp;a.2=p-ab3gTb8xb3dLg&amp;labels.1=type.polldaddy.rating" border="0" alt="Quantcast" width="1" height="1" /></div>
<p><a href="http://213.251.145.96/"><img title="Wikileaks" src="http://gunnarsohn.files.wordpress.com/2010/12/wikileaks.jpg?w=455&#038;h=255&#038;h=255" alt="" width="455" height="255" /></a></p>
<p>Man wird sich diese Tage merken müssen, mit welchem Kesseltreiben,  Staaten, Firmen und Politiker gegen die Enthüllungsplattform WikiLeaks  vorgehen. Man wird sich überlegen müssen, ob man noch Firmen beauftragt  oder als Dienstleister nutzt, die sich im vorauseilenden Gehorsam zum  verlängerten Arm der obrigkeitsstaatlichen Deutungsmächte degradieren  lassen. Man wird sich überlegen, mit wem man kooperiert, Geschäfte  abschließt und im Netzwerk zusammenarbeitet: <a href="http://www.rp-online.de/digitale/internet/Linke-ruft-zum-Boykott-von-Amazon-auf_aid_938076.html">Amazon</a>, <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/PayPal-sperrt-Spendenkonto-von-Wikileaks-1147516.html">Paypal </a>oder <a href="http://www.netzpolitik.org/2010/dns-provider-nimmt-wikileaks-org-vom-netz/">everydns.net </a>zählen wohl nicht mehr zur ersten Wahl.</p>
<p><a href="http://gunnarsohn.wordpress.com/2010/12/04/hacker-ethik-versus-staatsburokratien-eine-erste-entscheidungsschlacht-wikileaks/Julian%20Assange">Man sollte sich etwas genauer mit den Umständen des Haftbefehls gegen Julian Assange auseinandersetzen.</a> Und mit Tweets, die mittlerweile gelöscht wurden:</p>
<p><a href="http://rixstep.com/1/20101001,01.shtml"><img title="Swedish Tweet" src="http://gunnarsohn.files.wordpress.com/2010/12/swedish-tweet.jpg?w=455&#038;h=255&#038;h=255" alt="" width="455" height="255" /></a></p>
<p>Freigeister sollten sich von diesem Kampf der etablierten Mächte  gegen die Selbstorganisation des Netzes nicht beeindrucken lassen. Die  Positionselite will ihre Deutungshoheit retten und sie wählt die alten  Taktiken des repressiven Konformismus. Wer aus der Reihe tanzt, wird zur  persona non grata erklärt. In der Agitation gegen Assange soll ein  Exempel statuiert werden, um „Nachahmer“ abzuschrecken. Die  Staatsapologeten können es einfach nicht verkraften, dass im Internet  jedermann die Möglichkeit besitzt, seinem Wort Gehör zu verschaffen. Die  Metapher vom gläsernen Palast war schon von altersher ein Idealbild der  demokratischen Ordnung – nur nicht für Politiker, die nicht für die  Politik , sondern von der Politik leben. Transparenz ist ein Störfaktor  für Machtpolitiker. Sie empfinden es als Zumutung, nicht mehr im inneren  Zirkel der politischen Klasse verhandeln zu können, sondern sich mit  dem politischen Universum selbstbewusster Bürger herumschlagen zu  müssen. Wahrheit war niemals eine Tugend der Diplomaten – sie bevorzugen  die kunstvolle Täuschung. Es handelt sich um eine organisierte  Manipulation von Tatbeständen, der wir überall begegnen. Das  funktionierte in der Vergangenheit recht gut. Nun steht der  Machtanmaßung die Unberechenbarkeit und Unkontrollierbarkeit des Netzes  entgegen.</p>
<p><a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,732785,00.html">Spiegel Online hat das sehr gut zusammengefasst.</a> Der radikalen Haltung von Julian Assange und seinen Mitstreitern liegt  eine Programmatik zugrunde, die ein Vierteljahrhundert alt ist: die  Hacker-Ethik. „Und ihr Schöpfer Steven Levy ist der unbekannteste unter  den einflussreichen Theoretikern des 20. Jahrhunderts. Levy ist kein  Philosoph, auch kein Soziologe oder Staatsrechtler. Aber seine Thesen  haben in der digitalen Gegenwart massive, weltverändernde Auswirkungen.  Mit seiner ‘Hacker-Ethik’ legte er den Grundstein für eine Ideologie,  die schon Industrien ins Wanken, Regierungen in die Bredouille und  Politiker und Manager an den Rand der Verzweiflung gebracht hat. Linux  und Napster, Wikipedia und WikiLeaks – eine Vielzahl von Schöpfungen des  digitalen Zeitalters, die radikale, rasante Veränderungen  hervorgebracht haben, sind Kinder von Levys Hacker-Ethik. Genau wie  viele derer, die sich nun hinter WikiLeaks stellen und das Recht der  Organisation verteidigen, Geheimdokumente zu veröffentlichen“, schreibt  Spiegel Online.</p>
<div>
<div><a title="John Perry Barlow" href="http://twitter.com/JPBarlow"><img src="http://a2.twimg.com/profile_images/518972074/Barlow-Coffee-Smaller_normal.jpg" alt="John Perry Barlow" width="38" height="38" /></a><strong><a title="John Perry Barlow" href="http://twitter.com/JPBarlow">@JPBarlow</a></strong><br />
John Perry Barlow&nbsp;</p>
<div>Years ago, I wore a button for some time that declared: &#8222;I am Salman Rushdie.&#8220; Now: I am Julian Assange. <a title="#SaveWikiLeaks" href="http://twitter.com/search?q=%23SaveWikiLeaks">#SaveWikiLeaks</a></div>
<p><a title="tweeted on 3. December 2010 1:22 pm" href="http://twitter.com/#%21/JPBarlow/statuses/10685296211402752">3. December 2010 1:22 pm</a> via web<a href="http://twitter.com/home?status=RT+@JPBarlow+Years+ago%2C+I+wore+a+button+for+some+time+that+declared%3A+%26quot%3BI+am+Salman+Rushdie.%26quot%3B+Now%3A+I+am+Julian+Assange.+%23SaveWikiLeaks&amp;source=WordPress.com">Retweet</a><a href="http://twitter.com/home?status=@JPBarlow%20&amp;in_reply_to_status_id=10685296211402752&amp;in_reply_to=JPBarlow">Reply</a></p>
</div>
</div>
<p>So wie das Internet-Urgestein <a href="http://www.egs.edu/faculty/john-perry-barlow/biography/">John-Perry Barlow</a>,  der am Freitag über Twitter eine Unterstützungskampagne für WikiLeaks  startete und von einem „Informationskrieg“ sprach. Barlow formulierte  1996 die Unabhängigkeitserklärung des Cyberspace. Levy formulierte die  „Hacker-Ethik“ 1984: „Misstraue Autoritäten – fördere Dezentralisierung.  Der beste Weg, den freien Informationsfluss zu fördern, besteht in  einem offenen System, in dem es keine Grenzen gibt zwischen dem Hacker  und einer Information oder einem Gerät, das er auf seiner Suche nach  Wissen, nach Information und nach Online-Zeit benötig. Das Letzte, was  macht braucht, ist Bürokratie. Bürokratien, egal ob in Form von  Unternehmen, Regierungen oder Universitäten, sind fehlerhafte Systeme,  die gefährlich sind, weil sie keinen Platz bieten für den forschenden  Impuls echter Hacker. Bürokraten verstecken sich hinter willkürlichen  Regeln. Sie beschwören diese Regeln herauf, um ihre Macht zu festigen  und begreifen den konstruktiven Impuls als Bedrohung“, so Levy. Wenn die  Staatsbürokraten von der Bedrohung nationaler Sicherheit faseln, meinen  sie die Bedrohung ihres eigenen Macht-Biotops.</p>
<p>„Das Programm von WikiLeaks setzt die Hackerethik nun in ihrer  radikalsten Form um: Wenn alles öffentlich, jede Information verfügbar  ist, so interpretiert Julian Assange Regel Nummer drei, dann kann das  der Menschheit nur zum Vorteil gereichen. Nur so könne die  Ungerechtigkeit in der Welt bekämpft werden, glaubt er: ‘Nur auf  enthüllte Ungerechtigkeit kann man antworten; damit der Mensch  intelligent handeln kann, muss er wissen, was tatsächlich vor sich  geht’, schrieb er Ende 2006, kurz nach der Gründung von WikiLeaks.  Assange geht allerdings in seiner Interpretation deutlich weiter, als  sich Levy das wohl gedacht hatte. Er betrachtet Information explizit als  Werkzeug radikaler politischer Veränderung: ‘Ungerechte Systeme’,  schrieb er 2006, seien durch massenweise Datenlecks ‘besonders  verwundbar denen gegenüber, die sie durch offenere Formen des Regierens  ersetzen wollen’“, so Spiegel Online.</p>
<p>Die persönlichen Ziele von Assange interessieren mich nicht. Ich habe  auch kein Bedürfnis nach messianischen Lichtgestalten oder  Moralapostel. Da halte ich mich lieber an Hannah Arendt. Sie schrieb:  „Die Meinungsfreiheit ist eine Farce, wenn die Information über  Tatsachen nicht garantiert ist.“ Und hier gibt es eben eine Zäsur:  Technologisch sind die Hacker-Attacken nicht zu verhindern, egal, ob  Assange im Knast landet oder einen Autounfall erleidet. Es wirkt die  normative Kraft des Faktischen. Staaten, Machtpolitiker, Lobbyisten oder  Konzerne müssen erkennen, dass sie keine absolute Kontrolle oder  Befehlsgewalt mehr besitzen. Die Welt der Hacker entzieht sich dem  disziplinarischen Regime der Möchtegern-Politiker.</p>
<p>Die Möglichkeitsräume beschreibt Kant: „Wenn wir den Befehl einer  Autorität gegenüberstehen, sind es doch immer nur wir die auf unsere  eigene Verantwortung hin entscheiden, ob dieser Befehl moralisch ist  oder unmoralisch. Eine Autorität mag die Macht besitzen, ihre Befehle  durchzusetzen, ohne dass wir ihr Widerstand leisten können; aber wenn es  uns physisch möglich ist unsere Handlungsweise zu wählen, dann liegt  die Verantwortung bei uns. Denn die Entscheidung liegt bei uns. Wir  können dem Befehl gehorchen oder nicht gehorchen; wir können die  Autorität anerkennen oder verwerfen.“</p>
<p><strong>Oder dadaistisch interpretiert im Geiste von Walter Serner:<br />
Tüchtig ist, wer nicht gegen die Gesetze sich vergeht. Tüchtiger, wer  sich nicht auf sie verlässt. Am Tüchtigsten, wer immer wieder daran sich  erinnert, dass nur staatliche Funktionäre sie ungestraft übertreten  können – so etwas hätte auch Assange schreiben können. </strong></p>
<p><strong>__________________________________________________________________</strong></p>
<p><em><strong>Nota.</strong></em></p>
<p><span style="color:#808080;">So eine richtige ganz eigene Meinung habe ich zum Thema Wikileaks einstweilen noch nicht. Aber da es auf der offiziellen Seite an Zeter und Mordio nicht fehlt, ist es wohl meines Amtes, der inoffiziellen Seite ein wenig Platz einzuräumen.<strong> </strong></span></p>
<p><span style="color:#808080;"><em>J.E.</em></span><strong><br />
</strong></p>
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		<title>CineShopping?</title>
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		<pubDate>Fri, 19 Nov 2010 09:46:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Panther Ray</dc:creator>
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		<description><![CDATA[aus FAZ.NET, 19. 11. 2020 Schieberegler für die Körper Noch ist gute digitale Bildmanipulationen harte Arbeit, neue Technik macht sie immer einfacher. Und nun gibt es auch Software, mit der sich Menschen in Filmen mühelos verändern lassen. Von Tim Schröder &#8230; <a href="http://netzivilisation.wordpress.com/2010/11/19/cineshopping/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=netzivilisation.wordpress.com&amp;blog=8305859&amp;post=1021&amp;subd=netzivilisation&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://netzivilisation.files.wordpress.com/2010/11/brad-pitt-in-benjamin-button.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1022" title="Brad Pitt in Benjamin Button" src="http://netzivilisation.files.wordpress.com/2010/11/brad-pitt-in-benjamin-button.jpg?w=640" alt=""   /></a></p>
<p>aus <em>FAZ.NET</em>, 19. 11. 2020</p>
<h1><span style="color:#999999;"><strong>Schieberegler für die Körper</strong></span></h1>
<h4>Noch ist gute digitale  Bildmanipulationen harte Arbeit, neue Technik macht sie immer einfacher.  Und nun gibt es auch Software, mit der sich Menschen in Filmen mühelos  verändern lassen.</h4>
<p><span style="color:#808080;"><em>Von Tim Schröder</em></span></p>
<p>„Nicht  einmal ich sehe aus wie Cindy Crawford, wenn ich morgens wach werde“,  gestand das amerikanisch Supermodel vor Jahren in einem Interview. Dass  Cindy Crawford auf Fotos trotzdem immer wie Cindy Crawford aussieht,  liegt natürlich am Make-up, zum Teil aber auch daran, dass man die  Bilder von Schönheiten wie ihr in der Regel am Computer weiter  aufhübscht. Ein Pickelchen hier, ein Äderchen dort &#8211; kurz mit der Maus  drüber, und weg ist der Makel. Auch ganze Köpferformen zu korrigieren  ist heute kein Problem mehr; junge Menschen lassen sich in alte  verwandeln, dicke in dünne. Software zur digitalen Bildbearbeitung ist  mittlerweile so leistungsfähig, dass oft höchstens noch Fachleute  zwischen falsch und echt unterscheiden können.</p>
<p>Bis vor kurzem galt  das nur für Fotos. Jetzt wurde eine Software entwickelt, mit der sich  spielend leicht Menschen in Videofilmen modifizieren lassen. Es genügt,  kleine Schieberegler auf dem Bildschirm hin und her zu bewegen, schon  schrumpft oder wächst der Darsteller. Je nach Bedarf nimmt die  Muskelmasse zu oder der Bauchansatz. Vorerst existiert in den Labors des  Max-Planck-Instituts für Informatik in Saarbrücken nur ein Prototyp der  neuen Bildbearbeitungssoftware. Im Internet wurde das Demo-Video aber  schon hunderttausendfach angeklickt  (www.mpi-inf.mpg.de/resources/MovieReshape/MovieReshape.avi). Zu sehen  ist, wie ein männlicher Baywatch-Star über den Strand joggt, mal mit  flacher Brustmuskulatur, mal mit gewölbter.</p>
<p><strong>Dahinter steckt harte Arbeit</strong></p>
<p><a href="http://netzivilisation.files.wordpress.com/2010/11/cineshoppimg.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1024" title="CineShoppimg" src="http://netzivilisation.files.wordpress.com/2010/11/cineshoppimg.jpg?w=640" alt=""   /></a></p>
<p>„Jetzt  sind nicht einmal mehr Videos vor Fälschern sicher“, schimpfen  Kritiker. Thorsten Thormählen, Gruppenleiter der Saarbrücker  Spezialisten, kennt die Bedenken. Für ihn ist die neue Software vor  allem ein Hilfsmittel, um professionelle Filmaufnahmen aufzupeppen.  „Bislang futtert sich mancher Hollywoodstar für eine Filmrolle Pfunde  an“, sagt Thormählen, „mit unserer Software ließe sich das völlig  stressfrei am Computer erledigen.“ Im Fitness-Studio könnte man Videos  zur Motivation anbieten: „So werde ich aussehen, wenn ich dreimal die  Woche trainiere.“</p>
<p>Die Leichtigkeit, mit welcher der  Baywatch-Adonis durch den Sand läuft, täuscht darüber hinweg, dass die  Entwicklung des „MovieReshape“ für die Saarbrücker Informatiker harte  Arbeit war. Zunächst haben sie die Körper von 100 Probanden eingescannt  und aus den Daten am Computer einen Durchschnittskörper, ein „morphable  body model“ (verformbares Körpermodell) erzeugt. Zugleich lernte der  Computer, zwischen dick und dünn, lang und kurz, flacher oder spitzer  Nase zu unterscheiden.</p>
<p><span style="color:#808080;"><strong>Körperscans helfen zu richtigen Proportionen</strong></span></p>
<p>Füttern die Forscher den Computer jetzt mit einer Videosequenz, passt  ihr Programm das digitale Körpermodell automatisch an die Gestalt im  Film an &#8211; und zwar für jedes Einzelbild. Bei einem flimmerfreien Video  sind das immerhin 25 Bilder pro Sekunde. Eine solche automatische  Bildanalyse dauert derzeit noch Stunden. Dann aber geht es schnell. Hat  der Computer alle Bilder und die Positionen des Darstellers analysiert,  genügt ein Zug am Schieberegler, und der Körper wächst oder schrumpft  nach Gutdünken &#8211; und zwar in der gesamten Sequenz gleichmäßig.</p>
<p>Dabei  muss der Körper anatomisch korrekt verformt werden. Es genügt ja nicht,  einfach nur Bauch und Beine in die Länge zu ziehen. Auch die Dicke der  Gliedmaßen oder des Rumpfes muss sich ändern, sonst wirkt die Figur  schnell wie eine Karikatur. Das Wissen über die richtigen Proportionen  zieht die Software aus den gespeicherten Körperscans.</p>
<h3><span style="color:#808080;"><strong>Abschied von der „Pixelschubserei“</strong></span></h3>
<p>Thormählen  und seine Kollegen haben die Bearbeitung bewegter Bilder damit also  quasi automatisiert. Im Dezember stellen sie ihre Software in Seoul auf  der Siggraph Asia vor, einer Computer-Grafik-Messe, auf der sich  regelmäßig Firmen wie Pixar oder Disney tummeln. Daniel Cohen-Or  wiederum, Informatiker von der Universität Tel Aviv, hat mit Kollegen  eine ganz ähnliche Bilder-Morph-Software bereits vor einem halben Jahr  auf der letzten Siggraph in New Orleans präsentiert.</p>
<p>Diese  bearbeitet Bilder ebenfalls mit Hilfe eines digitalen Körpermodells &#8211;  allerdings nur Fotos, keine Videos. Aber auch Cohen-Or verabschiedet  sich von der mühsamen Handarbeit. „Pixelschubserei“ nennen Experten  herablassend das, was man heute mit handelsüblicher  Bildbearbeitungssoftware macht. Auf dem Bildschirm gibt es  Radiergummi-Symbole und Pinselchen, mit denen der Geduldige Stück für  Stück Schatten aufhellt, Fältchen glättet und Taillen schrumpft.</p>
<p>„Es  gehört eine Menge Geschick und viel Zeit dazu, dabei die  Körperproportionen zu bewahren“, sagt Cohen-Or. Einen dicken Kopf auf  dünnem Hals oder Elefantenbeine zur Wespentaille gibt es bei den  Israelis nicht. Wie Thormälens Software greift auch das Programm aus Tel  Aviv auf statistisches Körperwissen zurück, wenn es Menschen streckt  oder staucht. Der digitale Manipulator kämpft sich damit nicht mehr von  Bildpunkt zu Bildpunkt: Er arbeitet vollautomatisch.</p>
<p><span style="color:#808080;"><strong>Der „Uncanny-Valley“-Effekt</strong></span></p>
<p>Der  Heilige Gral der Computergrafik aber bleibt das Gesicht. Menschen sind  ziemlich gut darin, feinste Abweichungen von der Norm zu erkennen. Dünne  Hälse im gefälschten Bild sind bis zu einem gewissen Grad tolerierbar.  Eine falsche Reflexion im Auge oder ein merkwürdiger Glanz in der Iris  wirken dagegen unnatürlich. Der Betrachter empfindet das Kunstgesicht  unweigerlich als irritierend. „Uncanny-Valley“-Effekt nennen Fachleute  dieses Phänomen (siehe Grafik „Das unheimliche Tal“). Gemeint ist damit,  dass uns künstliche Gesichter mit steigender „Menschenähnlichkeit“  nicht einfach immer vertrauter erscheinen.</p>
<p>Im Gegenteil: Absolut  künstliche Comicfiguren wie zum Beispiel Bugs Bunny empfinden wir als  sympathisch. Auch ein humanoider Roboter mit Blecharmen und kugeligen  Kameraaugen spricht uns an. Doch eine fast lebensechte Roboterpuppe mit  Gummihaut und Glaspupille stürzt in unserer Gunst ab. Zu nah und  zugleich zu befremdlich ist uns ein solcher Android. Damit ein  Kunstgesicht nicht „uncanny“ (englisch für unheimlich) erscheint, muss  es schon mit echten Falten und dem rechten Blick ausgestattet sein.</p>
<p><span style="color:#808080;"><strong>Der Begriff „uncanny“ ist zu „schwammig“</strong></span></p>
<p>Die  Vorstellung von einem solchen „Uncanny-Valley“ geht auf den japanischen  Roboter-Spezialisten Masahiro Mori zurück, der sie 1970 erstmals  formulierte. Mori dachte dabei nicht nur an Gesichter, sondern auch an  die frühen Roboter, die mechanisch-steif durch die Gegend stelzten.  Lange interessierte sich kaum jemand für die Idee. Doch mit dem  boomenden Computerspiel-Markt und den ersten vollständig  computeranimierten Filmen Mitte der 1990er Jahre wurde das  „Uncanny-Valley“ bald zu einem Modebegriff. Floppt ein neuer  Animationsfilm, hat man heute schnell eine Antwort parat: Die Figuren  seien uncanny, heißt es.</p>
<p>Martin Breidt vom Max-Planck-Institut für  Biologische Kybernetik in Tübingen wäre da vorsichtiger. Noch ist die  Existenz eines „Uncanny-Valley“-Effekts nur eine Hypothese ohne saubere  empirische Basis. Der Informatiker will herausfinden, was ein  Kunstgesicht letztlich uncanny macht. „In früheren Studien wurden  Probanden gebeten, auf einer Skala einzuschätzen, ob sie ein Gesicht als  uncanny empfinden“, sagt Breidt, „das ist allerdings recht schwammig.“  Zusammen mit Kollegen vom Trinity-College in Dublin veröffentlicht  Breidt in Kürze eine erste Studie, in der er sich dem Thema quasi durch  die Hintertür nähert.</p>
<p><span style="color:#808080;"><strong>Verfremdete Köpfe wirken vertrauensvoller</strong></span></p>
<p>Er  hat untersucht, inwieweit Versuchspersonen einem Computergesicht  vertrauen. Breidt hat dazu eine Mitarbeiterin per Videokamera  aufgenommen, während diese Fragen zu ihrer Person falsch oder richtig  beantwortet. Anschließend verwandelte er das Gesicht am Computer in drei  künstliche Digitalköpfe: einen, der klar als Kunstgesicht zu erkennen  ist, einen zweiten, der nicht ganz so verfremdet wirkt, und einen  dritten, der einem echten Gesicht schon recht nahekommt. Dann spielte er  die digitalisierten Videosequenzen mit Originalton und identischer  Bewegung ab.</p>
<p>Nach jeder Sequenz mussten die Probanden entscheiden,  ob sie die Aussage für wahr oder gelogen hielten. Tatsächlich trauten  sie dem menschenähnlichsten Gesicht am wenigsten. Die beiden stärker  verfremdeten Köpfe schnitten deutlich besser ab. „Gut möglich, dass das  menschenähnliche Gesicht uncanny und damit weniger vertrauensvoll  erscheint“, sagt Breidt. Er kann sich vorstellen, dass Ergebnisse dieser  Art für den Einsatz im Internet von Interesse sein könnten &#8211; für  digitale Autoverkäufer zum Beispiel. Will man das Vertrauen des Kunden  gewinnen, ist es möglicherweise besser, eine stilisierte Figur zum  Käufer sprechen zu lassen als einen aufwendig gestalteten Kunstkopf, der  am Ende uncanny wirkt.</p>
<p><strong>„Digital Emily“ mit lebendiger Frische</strong></p>
<p>Breidt  würde seine Experimente gern mit einem der seiner Ansicht nach besten  digitalen Menschengesichter überprüfen, die derzeit in der virtuellen  Welt existieren, der „Digital Emily“. Das ist der digitale  Gesichtsabdruck der amerikanischen Schauspielerin Emily O&#8217;Brien, ein  Kunstprodukt der Firma Image Metrics und von Forschern der University of  Southern California. Emily wirkt im Video so echt, dass man nicht mehr  erkennen kann, ob die wahre oder die digitale Filmsequenz abgespielt  wird. Breidt nimmt an, dass es den Amerikanern mit „Digital Emily“  tatsächlich gelungen ist, das Tal des Unheimlichen zu überschreiten.</p>
<p>Das  wichtigste Werkzeug der Spezialisten von Image Metrics ist eine Art  Kugelkäfig, die Light-Stage, in der eine Person abgelichtet wird. Die  Kugel ist mit fast 200 computergesteuerten LED-Lampen bestückt. Die  Forscher können die Helligkeit und mit Hilfe von Filtern die Ausrichtung  des Lichts exakt definieren und die Reflexionen im Gesicht genau  vermessen. Da bekannt ist, aus welcher Richtung das Licht einfällt,  lässt sich aus der Reflexion auf die Hautstruktur schließen. Damit  werden selbst kleinste Falten und sogar die Poren der Haut sichtbar. Das  ist der Clou, erst dadurch bekommt die Haut der digitalen Emily die  lebendige Frische, die anderen Kunstfiguren bisher fehlt.</p>
<p><span style="color:#808080;"><strong>„Benjamin Button“ &#8211;  tatsächlich perfekt</strong></span></p>
<p>Die  Light-Stage kam auch bei der Produktion von „Benjamin Button“ zum  Einsatz, einem Film, in dem Brad Pitt die Titelrolle spielt. Für Martin  Breidt ist das Werk derzeit die Messlatte in Sachen digitaler  Menschwerdung. „Benjamin Button“ erzählt die Geschichte eines Mannes,  der als Greis geboren und mit den Jahren immer jünger wird. Das Filmteam  verzichtete auf Schminke &#8211; „zu unecht“, meinten die Produzenten.  Stattdessen entschieden sie sich, den alten Pitt komplett im Computer zu  generieren. „Der Film ist nicht besonders“, meint Martin Breidt, „aber  in den ersten 50 Minuten stammt das Gesicht von Brad Pitt komplett aus  dem Rechner, unglaublich.“ Breidt schaut voller Respekt nach Amerika.  „Die haben keine Technik neu erfunden, aber alles, was verfügbar war,  bis zum Ende ausgereizt.“</p>
<p>150 Personen arbeiteten zwei Jahre lang  an den digitalen Sequenzen. Brad Pitts Mimik wurde eingescannt. Drei  Kunststoffköpfe wurden modelliert &#8211; der Kopf eines 60-, 70- und  80-Jährigen. Sie dienten als Referenzen, an denen man das digitale  Gesicht altern ließ. In den Szenen laufen, springen und baden „Body  Actors“, Behelfsschauspieler, in deren Köpfe später am Computer das  animierte Gesicht des gealterten Pitt eingepasst wurde. Ein Mitarbeiter  arbeitete allein ein ganzes Jahr an einem digitalen Augenmodell und  rückte die Reflexionen an den rechten Fleck, damit nichts mehr „uncanny“  wirkt. Das Ergebnis ist tatsächlich perfekt. Zugleich ist es  beunruhigend, weil echt und falsch verschwimmen wie nie zuvor.</p>
<p><strong>Nichts für Allerweltsfälscher</strong></p>
<p>Unlängst  stellte der Chef-Grafiker Ed Ulbrich die Benjamin-Button-Spezialtechnik  der Öffentlichkeit vor. Die Leute klatschten begeistert, von Unbehagen  keine Spur. Auch Martin Breidt ist nicht wirklich besorgt. „Natürlich  kann man heute digitale Daten, vor allem Bilder und in jüngerer Zeit  auch Videos mit vertretbarem Zeitaufwand manipulieren und fälschen“,  sagt er.</p>
<p>„Ein Foto gilt kaum mehr als Beweismittel.“ Und  Urlaubsfilmen wird angesichts dessen, was die Saarbrücker Informatiker  mit Ihrer Software können, bald auch nicht mehr recht zu trauen sein.  Allerdings, ein bewegtes Gesicht in hoher Qualität lebensecht im Video  nachzubauen, das sei die Königsklasse, sagt Breidt, und für den  Allerweltsfälscher zumindest heute noch unmöglich. „Noch ist das  Hollywood.“</p>
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		<item>
		<title>Das falsche Gezwitscher im Internet</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Nov 2010 09:48:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Panther Ray</dc:creator>
				<category><![CDATA[aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Wie das Netz das Denken beeinflusst]]></category>
		<category><![CDATA[twitter]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://netzivilisation.wordpress.com/?p=1018</guid>
		<description><![CDATA[aus FAZ.NET, 17. 11. 2010 Der Kurznachrichtendienst Twitter wird zum Psycholabor. Mit den Inhalten der Minitexte will man Börsenkurse vorhersagen, und politische Rattenfänger sind schon beim Versuch ertappt worden, Wahlen zu manipulieren. Von Philipp Hummel 17. November 2010 Das Internet &#8230; <a href="http://netzivilisation.wordpress.com/2010/11/17/das-falsche-gezwitscher-im-internet/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=netzivilisation.wordpress.com&amp;blog=8305859&amp;post=1018&amp;subd=netzivilisation&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://netzivilisation.files.wordpress.com/2010/11/7782d76e-6fb9-4be3-840d-da855dca8143.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1019" title="7782D76E-6FB9-4BE3-840D-DA855DCA8143" src="http://netzivilisation.files.wordpress.com/2010/11/7782d76e-6fb9-4be3-840d-da855dca8143.jpg?w=640" alt=""   /></a></p>
<p>aus <em>FAZ.NET, </em>17. 11. 2010</p>
<h4><span style="color:#808080;"><strong>Der  Kurznachrichtendienst Twitter wird zum Psycholabor. Mit den Inhalten  der Minitexte will man Börsenkurse vorhersagen, und politische  Rattenfänger sind schon beim Versuch ertappt worden, Wahlen zu  manipulieren.</strong></span></h4>
<p><em>Von Philipp Hummel</em></p>
<p>17. November 2010</p>
<p>Das  Internet wird mächtiger, es spielt zunehmend nicht nur eine Rolle bei  der Suche nach Informationen, Schnäppchen und illegaler Musik, sondern  auch bei der öffentlichen Meinungsbildung. Und die Währung, in der  online Macht bezahlt wird, ist Popularität. Wer im Web bekannt ist, kann  versuchen, Einfluss zu nehmen. Wer Menschen erreichen will, sei es, um  ihnen etwas zu verkaufen oder um sie als Unterstützer zu gewinnen, muss  so bekannt sein wie möglich. Doch wie oder womit steuert man die  Popularität im Internet? Die Entwicklung des Bekanntheitsgrades von  Websites verläuft nicht einheitlich. Sie unterliegt einer Dynamik, nach  der der Entstehung einer neuen Seite zuerst ein Bekanntheitsschub mit  vielen Klicks verschiedener Nutzer folgt.</p>
<p>So geht es fast allen  neuen Internetseiten. Dann allerdings bilden sich zwei verschiedene  Muster heraus: Während einige Seiten nach dem anfänglichen  Popularitätssprung exponentiell wachsen – sie werden umso beliebter, je  mehr Menschen sie bereits nutzen – entwickelt sich die Beliebtheit  anderer, bedingt durch äußere Einflüsse, in unregelmäßigen Schüben  weiterhin sprunghaft. Betrachtet man die Beliebtheit vieler  verschiedener Websites, so gibt es keine typische Anzahl von Besuchern  pro Seite. Von Seiten mit sehr wenigen Besuchern bis hin zu Seiten, auf  die fast jeder Internetnutzer surft, gibt es alle Abstufungen, und zwar  etwa in gleicher Häufigkeit. Weil es keine bestimmte Größenordnung von  Besuchern pro Seite gibt, sprechen Wissenschaftler von einer  „skalenfreien Verteilung“ der Beliebtheit von Websites, wie sie auch bei  der Verteilung der Erdbebenstärke oder der Heftigkeit von Börsencrashs  auftritt.</p>
<h3>Popularität im Netz</h3>
<p>Forscher um Jacob Ratkiewicz und Filippo  Menczer von der amerikanischen Indiana University in Bloomington haben  ein Modell formuliert, mit dem sie die Dynamik der Online-Popularität  nachvollziehen können. Dieses Modell kombiniert eine exponentielle  Zunahme der Beliebtheit einer Website mit einem Zufallsverfahren, das  den Popularitätsschüben Rechnung trägt. Als Ausgangspunkt verwendeten  sie Besuchsdaten der Online-Enzyklopädie Wikipedia und der Domain „.cl“  des Landes Chile. Sie konnten im Sekundentakt verfolgen, wie sich von  Januar 2001 bis März 2007 die Seiten der englischsprachigen Wikipedia  durch Verlinkungen von und auf andere Seiten der Enzyklopädie  veränderten und so wuchsen.</p>
<p>Von Februar 2008 bis zur Erstellung  ihres Artikels im Mai 2010 (doi: 10.1103/PhysRevLett.105.158701 oder  arxiv.org) untersuchten sie, wie viele Besucher jede Wikipedia-Seite  stündlich hatte. Die jährlichen Besucher aller Seiten mit der  chilenischen Adresse „.cl“ gingen ebenfalls in die Datenanalyse ein.  Jeweils standen den Informatikern über drei Millionen Einzeldaten zur  Verfügung, die alle mit dem Zeitpunkt ihrer Erhebung versehen waren.  Damit konnten die Wissenschaftler erstmals die zeitliche Dynamik der  Bekanntheit im Web erforschen.</p>
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<div>Zum Thema</div>
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<li><a href="http://www.faz.net/s/RubCEB3712D41B64C3094E31BDC1446D18E/Doc%7EE6B640F8029DB425AB1608506DCF9F180%7EATpl%7EEcommon%7EScontent.html">Dossier: Deutsche Blogger</a></li>
<li><a href="http://www.faz.net/s/RubCEB3712D41B64C3094E31BDC1446D18E/Doc%7EEC12D2F41C2344425B7F4E0AE52F02E0B%7EATpl%7EEcommon%7EScontent.html">Soziale Netzwerke: Vorsicht, Freund hört mit!</a></li>
<li><a href="http://www.faz.net/s/Rub2F3F4B59BC1F4E6F8AD8A246962CEBCD/Doc%7EE941E641213D24BF480EC749BBCA7CBC7%7EATpl%7EEcommon%7EScontent.html">Im Porträt: Twitter-Chef Evan Williams</a></li>
</ul>
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<p>Ratkiewicz und seine Kollegen haben sich zum Ziel gesetzt, die  Grundprinzipien der Entstehung von Popularität im Netz offenzulegen. Vor  dem Missbrauch seiner Forschung zu Zwecken der Manipulation der  Öffentlichkeit hat der junge Informatiker keine Angst, obwohl „aktuelle  Erfahrungen aus einem anderen unserer Projekte vermuten lassen, dass es  Menschen gibt, die versuchen soziale Netzwerke gezielt zu manipulieren,  um die Aufmerksamkeit auf bestimmte Websites zu lenken. Es ist bereits  gezeigt worden, dass solche sogenannten Twitter-Bomben eine Website an  die Spitze der Google-Suchergebnisse katapultieren können.“</p>
<h3>Wie man Nachrichten multipiliziert</h3>
<p>Eine  Twitter-Bombe ist ein systematischer, oft mit Hilfe von speziellen  Roboterprogrammen durchgeführter Angriff, um das soziale Netzwerk  Twitter, auf dem sich schnell kurze Nachrichten verbreiten lassen, zu  manipulieren. Automatische Benutzerkonten werden von Aktivisten so  manipuliert, dass sie immer und immer wieder kurze Nachrichten  („Tweets“) produzieren oder einfach weiterverbreiten („Retweet“).  Besonders brisant ist diese Form von Hacking, weil Google seit Dezember  2009 die Möglichkeit bietet, in Echtzeit Ergebnisse zu suchen. Damit  findet man passende Treffer bereits Sekunden nach ihrer Erzeugung im  Netz. Diese Suche im „real-time web“ zeigt im Wesentlichen  Twitter-Nachrichten, die den Suchbegriff enthalten, und zwar einfach  deswegen, weil dort ständig neuer Inhalt entsteht. Damit werden  Twitter-Bomben auch schnell zu Google-Bomben.</p>
<p>Größere Wellen  schlugen Twitter-Bomben, die anlässlich der Wahl des Nachfolgers von  Edward Kennedy als Senator von Massachusetts im Januar 2010 geworfen  wurden. Einige Tage vor der Wahl zwischen der Demokratin Martha Coakley  und dem Republikaner Scott Brown wurden Twitter-Konten angelegt, die auf  eine Website mit dem Titel „coakleysaidit“ (Coakley hat’s gesagt)  verlinkten. Diese Website, die vermeintlich verräterische Zitate der  demokratischen Kandidatin kritisiert, wurde ebenfalls am selben Tag  gegründet. Der Urheber der Website machte von einem kostenpflichtigen  Angebot Gebrauch, das es ermöglicht, anonym zu bleiben. Zwei Monate  später wurde der American Future Fund als Betreiber der Website  registriert.</p>
<p>Dieser Gruppe von konservativen Polit-Aktivisten  werden Verwicklungen in frühere Angriffe auf verschiedene andere  Demokraten und auch in die sogenannte Swift-Boat-Affäre, die John Kerry  im Präsidentschaftswahlkampf 2004 schwer belastete, nachgesagt. Die neun  Konten, die auf die besagte Website führten, wurden innerhalb von 13  Minuten erstellt und verschickten in etwas mehr als zwei Stunden 929  Nachrichten, deren Absendersignatur immer dem gleichen Muster folgte.  Insgesamt verschickten die Konten zehn verschiedene Nachrichten und zwei  Links auf die Schmähseite. Geht man davon aus, dass nur eine Person  hinter dem Angriff steckte, hätte sie im Durchschnitt eine Nachricht pro  Sekunde verschicken müssen.</p>
<h3>„Astroturfing“</h3>
<p>Die  Wissenschaftler Panagiotis Takis Metaxas und Eni Mustafaraj vom  Wellesley College vermuten deshalb, dass die Nachrichten von einem  Programm verschickt wurden, das zufällige Adressaten und jeweils eines  der Benutzerkonten als Absender ausgewählt hatte. In einem Beitrag für  die Web Science Conference 2010 (http://journal.webscience.org/317/)  wiesen sie nach, wie Twitter während des Wahlkampfes manipuliert wurde.  Dazu analysierten sie Twitter-Meldungen, die einen der Namen der  Kandidaten enthielten. Die Forscher deuten auf die Gefahr hin, dass  durch die von Google eingeführte Echtzeitsuche die öffentliche Stimmung  gezielt beeinflusst werden kann. Bei der Senatswahl in Massachusetts lag  freilich der republikanische Kandidat schon vor dem Bombardement  mittels Twitter in den Umfragen etwa so weit vorne, wie es später die  Wahl bestätigte, und die Gruppe von etwa 60000 Menschen, die mit den  Tweets erreicht wurden, stellt möglicherweise – selbst wenn man deren  Multiplikator-Wirkung mit einbezieht – eine marginale Größe dar. Die  Wahlbeteiligung lag immerhin bei mehr als 2,2 Millionen Wählern.</p>
<p>Jedoch  weisen die Forscher darauf hin, dass kleine Gruppen einfach, kostenlos  und gezielt Suchergebnisse manipulieren und so den Eindruck einer  Massenbewegung oder eines generellen Trends erwecken können. Dieses  Phänomen ist unter dem Begriff „astroturfing“ bekannt und spielt darauf  an, dass Gruppen versuchen, sich selbst als Basisbewegung („grass roots  movement“ – wörtlich Graswurzel-Bewegung) darzustellen. Astroturf ist  der Markenname eines Kunstrasenbelages. Das Motiv, eine „Bewegung von  unten“ vorzutäuschen, kann zweierlei Gründe haben: die Bewegung größer  erscheinen zu lassen, als sie ist, oder den wahren Urheber der  scheinbaren Basisbewegung zu tarnen, um Unabhängigkeit vorzugaukeln.  Auch in der Werbebranche ist Astroturfing schon erfolgreich eingesetzt  worden.</p>
<p>Angeregt durch die Arbeit von Metaxas und Mustafaraj,  entstand an der Indiana University ein Projekt, das solche  Manipulationsversuche offenlegen soll. Das „Truthy Project“  (truthy.indiana.edu) zählt auf Twitter-Nutzer, die dabei helfen,  auffällige Nachrichten und Benutzer zu finden. Mit Hilfe einer großen  Unterstützergruppe kann die Suche nach Betrügern im Netz viel besser  gelingen als lediglich unter der Beteiligung einiger Informatik- und  Netzwerk-Experten. Dieser Ansatz ist in Anlehnung an das Auslagern von  Arbeit aus einem Unternehmen („Outsourcing“) als „Crowdsourcing“  bekannt. Fil Menczer, einer der leitenden Forscher, die Truthy  betreiben, erklärt seine Motivation: „Eine der Sorgen bezüglich Social  Media ist, dass Menschen manipuliert werden, ohne es zu merken, denn  einem Begriff kann schlagartige globale Bekanntheit beschieden sein,  wenn er bei einer Suchmaschinen-Anfrage gut abschneidet. Damit kann der  Betrug unentdeckt bleiben.“</p>
<h3>Twitter-Bomben</h3>
<p>Den Begriff  „truthy“ prägte der amerikanische Comedian Stephen Colbert bereits 2005.  Er soll beschreiben, wie vor allem in politischen Kampagnen immer mehr  an ein Bauchgefühl appelliert und von logischen oder empirischen  Argumenten abgesehen wird &#8211; es reicht, dass sich etwas „wahr anfühlt“.  Auf ihrer Website versuchen die Wissenschaftler mittels Netzwerkanalysen  zu zeigen, wie Beeinflussung im Internet funktioniert und wo sie  stattfindet. Sie versuchen die Eintrittsstellen bestimmter Begriffe  auszumachen, die mit Manipulation verbunden sind.</p>
<p>Dazu stellen sie  Netze aus Knotenpunkten auf, die untereinander verbunden sind. Die  Knoten repräsentieren die Nutzer, die Kanten &#8211; also Verbindungslinien &#8211;  zeigen, wer über welchen Nutzer informiert wird und wen ein Nutzer  selbst mit Nachrichten versorgt. So lässt sich schnell einsehen, welche  Nutzer besonders aktiv sind und wie Nachrichten sich im sozialen Netz  ausbreiten. Auch bei den amerikanischen Wahlen Anfang November schöpften  die Forscher von „Truthy“ den Verdacht, dass Manipulationsversuche  unternommen worden waren. Allerdings fielen ihnen keine Twitter-Bomben  auf, die eine größere Wirkung über das soziale Netzwerk hinaus erzielt  hätten, so Ratkiewicz.</p>
<p>Die Wissenschaftler versuchen auch, die  kollektive Stimmungslage der Twitter-Gemeinde zu ermitteln. Mit Hilfe  von Instrumenten aus der Psychometrie, der Theorie und Methode des  psychologischen Messens, haben sie einen Algorithmus erstellt, der  Tweets auf emotionale Schlüsselwörter hin untersucht, die in sechs  Kategorien eingeordnet werden: Fröhlichkeit, Freundlichkeit,  Wachsamkeit, Gewissheit, Lebendigkeit und Gelassenheit. Die Analyse der  Gefühlswelt von Twitter wollen die Forscher nutzen, um Trends in  Gesellschaft und Wirtschaft vorherzusagen. Johan Bollen, der ebenfalls  am Truthy-Projekt mitarbeitet, ist experimenteller Psychologe und konnte  einen Zusammenhang der Schlusskurse des Dow Jones Industrial Average  (DJIA) mit den Gefühlskategorien nachweisen  (http://arxiv.org/abs/1010.3003).</p>
<p>Er analysierte dazu 9,8  Millionen Tweets von 2,7 Millionen Nutzern, die in einem Zeitraum von  zehn Monaten im Jahr 2008 gesendet wurden. Dabei stieß er auf eine  Verknüpfung des Gefühls „Gelassenheit“ mit den Schlusskursen. Mit einer  Genauigkeit von 87,6 Prozent lässt sich, laut Bollen, drei bis sechs  Tage im Vorfeld bestimmen, ob der DJIA höher oder niedriger schließt.  Die Wahrscheinlichkeit an zwanzig aufeinander folgenden Tagen diese  Quote durch pures Raten zu erreichen liegt bei lediglich 3,4 Prozent.  Dass sich Börsenkurse nicht rein zufällig verhalten, wie es die gängige  Theorie effizienter Märkte behauptet, legen die Kursverläufe nahe.  Bollen hofft, dass sich durch Einbeziehung der Twitter-Gefühle eine  höhere Vorhersagekraft erzielen lassen wird.</p>
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		<title>Digitaler Klau.</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Nov 2010 09:50:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Panther Ray</dc:creator>
				<category><![CDATA[aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[digital & analog]]></category>
		<category><![CDATA[Wie das Netz das Denken beeinflusst]]></category>
		<category><![CDATA[digitaler Diebstahl]]></category>

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		<description><![CDATA[aus Neue Zürcher Zeitung, 16. 11. 2010 Häufiger Diebstahl US-Zahlen zur Weiterverwendung von Online-Artikeln ras. · Man weiss es: Im Internet wird ausgiebig kopiert. Oder um es drastischer zu sagen: Es wird regelmässig gestohlen. Die amerikanische Firma Attributor liefert nun &#8230; <a href="http://netzivilisation.wordpress.com/2010/11/16/digitaler-klau/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=netzivilisation.wordpress.com&amp;blog=8305859&amp;post=1013&amp;subd=netzivilisation&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://netzivilisation.files.wordpress.com/2010/11/taschendieb_19703870originallarge-4-3-800-123-0-3815-2767.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1016" title="Taschendieb_19703870originallarge-4-3-800-123-0-3815-2767" src="http://netzivilisation.files.wordpress.com/2010/11/taschendieb_19703870originallarge-4-3-800-123-0-3815-2767.jpg?w=640&#038;h=479" alt="" width="640" height="479" /></a></p>
<p>aus <em>Neue Zürcher Zeitung, </em>16. 11. 2010</p>
<p><span style="font-family:bbnog;"><span style="font-size:medium;"><strong>Häufiger Diebstahl </strong></span></span> <span style="font-family:bbbuk;"><em>US-Zahlen zur Weiterverwendung von Online-Artikeln </em></span></p>
<p><span style="font-family:tlnog;"><strong><em>ras. </em></strong>· Man weiss es:  Im Internet wird ausgiebig kopiert. Oder um es drastischer zu sagen: Es  wird regelmässig gestohlen. Die amerikanische Firma Attributor liefert  nun neue Daten zum Unwesen: Sie durchforschte das World Wide Web  zwischen März und Juli dieses Jahres und fand heraus, dass auf knapp 45   000 Websites mehr als 400  000 Dokumente illegal aufgeschaltet waren.  Diese basierten auf 70  000 Artikeln, die ursprünglich auf Websites von  Pressehäusern zu finden waren.</span></p>
<p><span style="font-family:tlnog;">Ferner identifizierte Attributor  107 Websites, die innerhalb eines Monats mindestens 10 Artikel eines  einzigen Medienanbieters gestohlen hatten und teilweise durch  Werbeschaltungen Geld verdienten. Als volle Kopie zählte Attributor alle  jene Artikel, die zu 80 Prozent  mit  dem  Original  übereinstimmten  und dabei mehr als 125 Wörter umfassten. Diese Ergebnisse kann man in  einer Zusammenfassung auf der Website von PRWeb nachlesen, welche  Pressetexte vertreibt.</span></p>
<p><span style="font-family:tlnog;">Attributor ist ein Unternehmen,  das Online-Akteuren die Kontrolle ihres Materials im Internet anbietet.  Es entwickelte Lösungen zum Schutz der Produkte von Medienhäusern. Im  aktuellen Fall nahm Attributor Kontakt mit fehlbaren Website-Betreibern  auf. Dabei waren 75 Prozent der Sünder bereit, die Lizenzbedingungen zu  akzeptieren oder die betreffenden Texte auf ihrer Site zu löschen, wie  Attributor schreibt.</span></p>
<p><span style="font-family:tlnog;">Bereits vor einem Jahr führte  Attributor eine ähnliche Untersuchung durch. Dabei entdeckte man während  des Monats November über 75  000 Websites, die Online-Artikel von  amerikanischen Zeitungen unerlaubt wiederverwendeten. Die Zahl der  betroffenen Texte betrug 112  000. Im Durchschnitt wurde ein  Zeitungsartikel zumindest teilweise über vier Mal kopiert. Grosse  Zeitungen waren stärker betroffen. Deren Texte wurden durchschnittlich  auf 15 weiteren Plattformen gefunden. Die Blogs machten dabei weniger  als 10 Prozent der fehlbaren Websites aus. Die Kommerzialisierung der  entwendeten Artikel erfolgte laut Attributor zu 53 Prozent über Google  und zu 19 Prozent über Yahoo.</span></p>
<p><span style="font-family:tlnog;">___________________________________________________________________________</span></p>
<p><strong><span style="font-family:tlnog;color:#808080;"><em>Nota.</em></span></strong></p>
<p><span style="font-family:tlnog;">Ich gehöre auch zu diesen Klauern, wie die vorliegende Meldung schon wieder einmal zeigt. Sie stammt auch wieder einmal aus meiner Lieblingsquelle. Ich glaube aber, dass das den Quellen nützt. Ich klaue ja nicht die populärsten Texte, für die sie selbst genügend Leseer finden.<br />
</span></p>
<p><span style="font-family:tlnog;"><em>J. E.</em><br />
</span></p>
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