Ein warmer Regen für die Tonträger-Industrie

 

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Das bleibt bestimmt nicht das letzte Paradox von Michael Jacksons Laufbahn. Einerseits erscheint sein Tod wie ein Schlusspunkt hinter der Weltgeschichte der Musikindustrie. Andererseits verhilft er einer Ware zur Wiederauferstehung,  die schon – auch von mir – totgesagt worden war: der CD.

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aus: oe24.at, 12. 7. 09:

Über 100 Millionen verkaufte CDs! Mit Thriller hatte Michael Jackson 1982 das bis dato bestverkaufte Album aller Zeiten. geschaffen. Doch gegen die Jacko-Mania, die seit seinem unerwarteten Tod die Welt erfasst, ist selbst dieser Fabel-Weltrekord fast schon zu vernachlässigen:

Bis auf die Austria-Top-40 (für die er zu spät gestorben ist und die er ab der Woche des 6.7. erobern wird) hält der King Of Pop nun wieder weltweit die Chartspitze. Übrigens erstmals wieder seit dem Best of HIStory anno 1995.

In England ist Jackson mit unglaublichen 43 (!) Songs und elf Alben in den Top 200. Die sechs Jahre alte CD Number Ones stürmte dabei von 147 auf eins. Dazu wurde alleine Billie Jean am Tag der Todesmeldung 503 mal im Radio gespielt. Um 470 mal öfter als noch am Vortag.

In den Niederlanden sind 19 Jackson-Hits in den Charts, in Irland 14, in Schweden zwölf, und in Rumänien immerhin noch zehn. Bei Amazon liegen acht Alben in den Top-Ten und in den heimischen iTunes-Charts fünf. Bei den Ringtones hält Jackson seit einer Woche die Top Five. Hier ist Wanna Be Startin’ Somethin’ der meistgekaufte Song.

In den USA verkaufte Jackson in der Woche nach seinem Tod 422.000 CDs – das 42-fache (!) der Vorwoche und so viel wie noch kein Künstler im Jahr 2009. Dazu kamen 2,3 Millionen (statt nur 48.000) Song-Downloads in einer Woche. Noch nie zuvor wurde mehr als eine Million Downloads innerhalb von nur sieben Tagen erreicht. In den fünf Stunden nach seinem Tod wurde alleine der Song Thriller 1.011 Mal im Radio gespielt, die 72 Stunden davor in Summe bloß 94 mal …

Auch auf ebay ist der Jackson-Hype ungebrochen: Die eigentlich wertlosen Tickets für das geplante Comeback gehen zumindest um das Doppelte des Eintritts-Preises (85 Euro) weg, signierte Alben um bis zu 3.000 Euro und die Web-Domain watch-micheal-jackson-funeral.com gar um 5 Millionen Pfund. Auch auf youTube ist Jackson DER Hit: Beat It wurde in den zwölf Stunden nach seinem Tod eine Million mal geklickt, Don’t Stop ‚Til You Get Enough 800.000 Mal und Billie Jean 750.000 mal.

Vier neue CD-Compilations alter Jackson-Five-Hits wurden seit dem Ableben schon veröffentlicht. Dazu gibt es noch 100 brandneue unveröffentlichte Jackson-Songs. Auch ein Video beendete der King of Pop vor seinem Ableben. Selbst AEG, der krisengeschüttelte Veranstalter der Londoner Comeback-Konzerte, hat einen lukrativen Trumpf im Talon: Einen kompletten Mitschnitt der letzten Probe. „Das können wir jederzeit als DVD rausbringen“.

Die unglaubliche Begierde auf Jackson-CDs wurde längst zum logistischen Problem: „Wir waren darauf natürlich nicht vorbereitet und kommen nun mit dem Pressen nicht mehr nach,“ erklärt Sony-Sprecherin Sue Bryan. In den USA muss man deshalb schon auf zusätzliche Presswerke in Kanada zugreifen. Dazu wurde er auch gleich wieder von seiner US-Plattenfirma Sony vom Budget (6,40 $ Einkaufspreis pro CD) zum Hochpreiskünstler (9$) hochgestuft ?

Die Schulden sind schon weg

„Die postmortale Jackson-Mania übertrifft schon jetzt jene von Elvis oder Lennon,“ erklärt Billboard-Sprecher Keith Caulfield. In Summe hat Jackson in den elf Tagen seit seinem Tod weltweit schon über 12 Millionen CDs verkauft. Das ist mehr als die letzten drei Jahre zusammen. Und ein Ende ist nicht abzusehen: Alleine in den letzten 48 Stunden wurden in den USA schon wieder über 110.000 Jackson Alben verkauft. Caulfield: „Und noch gibt es zwei unveröffentlichte CDs – wenn die kommen, wackelt sogar der Thriller-Rekord.“

Dazu gilt Jackson schon jetzt als sicherer Renner für das Weihnachts-Geschäft. Caulfield: „Er wird das ganze Jahr über die Charts bestimmen und erst recht im Advent. Kein anderer Star hat so einen globalen Stellenwert wie Jackson. Selbst wenn Dylan, Madonna, Bono und McCartney zusammen sterben, würden sie nicht diese Zahlen erreichen. Mit Jackson ging wirklich der Allergrößte.“

Erben verdienen ab jetzt

500 Millionen Euro Schulden hatte Michael Jackson zum Zeitpunkt seines Todes. Aufgrund der CD-Verkäufe und Radio-Tantiemen seit seinem Tod ist er mittlerweile wieder schuldenfrei. Ab jetzt verdienen die Erben …

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Der Symmetrie halber hat er dabei aber gleich auch einen Download-Rekord aufgestellt…

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