Piratenpartei zum Urherberrecht:

Piratenflagge

von Benedikt Schmidt

Die Piratenpartei will das Urheberrecht nicht abschaffen, sondern reformieren.

Thomas Hoeren sagt zur Lage des Urheberrechts folgendes:
http://www.elektrischer-reporter.de/rohstoff/video/143/

(Thomas Hoeren ist Richter am Oberlandesgericht Düsseldorf, mit Lehrstuhl für Informationsrecht und Rechtsinformatik an der Universtät Münster und Mitglied in etlichen internationalen Gremien und Fachausschüssen. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten gehört das Urheberrecht in einer sich wandelnden Gesellschaft.)

Das Internet im Allgemeinen und Computer im Besonderen sind gigantische Kopiermaschinen. Will man Kopieren staatlicherseits verhindern (und darum und die damit einhergehende Kriminalisierung geht es hier), kann man das Internet nur ganz abschaffen, oder derartig überwachen und vernageln, dass das Ergebnis eine lückenlos absolute, totalitäre Überwachung des Bürgers bedeutet. So müsste z.B. die Verschlüsselung von Daten komplett verboten werden.

Da wir davon ausgehen, dass technischer Fortschritt unabdingbar ist (Internet kann nicht abgeschafft werden), stellt sich also die Frage, wie wir zu totaler Überwachung und Kriminalisierung stehen. Da immer mehr Lebensbereiche durch Internet-Technologien bestimmt werden, bedeutet eine solche Überwachung über kurz oder lang eine vollständige Überwachung der Bürger. Besitz von Information wird potentiell strafbar: Woher haben Sie diese mp3?, wie ist sie auf Ihren Rechner gekommen? Ja, wir haben da gerade schon ohne ihr Wissen nachgesehen …

Lord Ashton soll dazu gesagt haben: Absolute Macht korrumpiert absolut.

Es gibt gute Gründe dafür, dass der Staat nicht alles darf (auch nicht alles sehen darf). Das hat gar nichts damit zu tun, ob unsere Regierung gut oder schlecht ist, sondern damit, dass wir zukünftige Regierungen nicht kennen, und diese immer aus Menschen gebildet werden, da hat sich seit 1933 nichts geändert.

Die geschichtliche Erfahrung zeigt, dass nur Transparenz des Staates zu einem erträglichen Staatswesen führt, nicht Transparenz der Bürger. Das Wesen eines Staates, der vollständige Bürgertransparenz verlangt, wurde in „Das Leben der Anderen“ eindrucksvoll dargestellt. Wer diesen Film nicht gesehen hat, sollte ihn sich ansehen!

http://de.wikipedia.org/wiki/Das_Leben_der_Anderen

abhören

Ein ganz anderes Beispiel für das Ergebnis unsinniger, weil in der Praxis undurchführbarer, Reglementierung ist die amerikanische Prohibition 1919-1933, die de facto eher ein Förderprogramm für Kriminalität und Mafia war, genau wie der „war on drugs“ heute die Organisierte Kriminalität und Prostitution fördert.

Da hilft dann auch nicht der blauäugige Wunsch „aber es wäre schön, wenn man könnte“. Vielleicht, ja. Aber man kann nicht. Die Folgen sind furchtbar.

So könnte ‚man‘ z.B. den Import von Nahrungsmitteln und motorgetriebene Hilfsmittel in der Landwirtschaft verbieten um Vollbeschäftigung herzustellen (Kartoffeln von Hand aus- graben). Vollbeschäftigung wird allgemein als erstrebenswertes Ziel angesehen, warum macht man das also nicht? Weil „der Zweck heiligt die Mittel“ eben manchmal katastrophale Folgen hat, egal wie schön dieser Zweck nunmal sein mag. Also: Finger weg.

Wir können uns als Gesellschaft nur weiterentwickeln, wenn wir Veränderungen akzeptieren und für neue Situationen neue Lösungen finden. Politik, die stark durch Lobbies beeinflusst wird, die Ihre Pfründe verteidigen, und am liebsten jeden Quadratzentimeter Cyberspace durch Überwachung, Verbote und Software-Patente vernageln will, steht dem entgegen. Glauben Sie, dass die grossen Konzerne die Rechte unabhängiger Künstler, Soft- wareentwickler, etc., fördern? Wohl kaum. Glauben Sie, dass bei der Machtkonzentration, die das Ergebnis totaler Überwachung und Reglementierung sein würde, jemand anders als die grössten Konzerne den Takt vorgeben würden? Glauben Sie, die lassen sich dann von kleinen Künstlern in die Suppe spucken? Wohl genauso wenig.

Dieter Bohlen sagt dazu als betroffener Künstler:

http://www.youtube.com/watch?v=qpUESyh1L9I

Unsere Zeit ist spannend, weil sich Dinge verändern. Das ist eine grosse Herausforderung und macht auch Angst. Wer aber die Uhr zurückdrehen will wird scheitern und dabei eine Menge Schaden anrichten. Konstruktive Suche nach Lösungen ist der bessere Weg. Der Weg der Piraten.

schatz suchen

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter PiratenPartei abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s