Nicht erweitern, sondern vertiefen.

Es geht ganz und gar nicht darum, das Programm der PiratenPartei zu erweitern – etwa, damit Kreti und Plethi sie auch wählen können. Zunächst geht es immer noch darum, das Kernthema der Partei, die Digitale Revolution, so zu vertiefen, dass sich praktische Politik damit machen lässt: nämlich für etwas eintreten und nicht nur gegen.

Dass mit der Digitalen Revolution eine Welle größter Veränderungen auf uns zurollt, sagen alle – außer den Piraten aber nur des Sonntags. Dass es Arbeit für alle nicht wieder geben wird, sagen ebenfalls alle, und ebenfalls nur des Sonntags. Außer den Piraten, die sind auch sonntgs lediglich gegen Urheberrecht, Internetsperren und Datenspeicherung…

Dabei sind sie als einzige in der Position, von wo aus sich beide Enden zusammenführen lassen, und zwar so, dass man keine kalten Füße dabei kriegen muss, sondern eine tiefe und gerade Spur in die Zukunft erkennt.

Die Digitalisierung auch der industriellen Fertigungsprozesse, die viel älter ist als das Internet, überträgt nicht nur, wie die herkömmliche “Automatisierung”, die exekutiven Tätigkeiten, sondern auch die kombinatorischen (planerischen) Funktionen an die Maschine. Nicht nur körperliche Arbeit, sondern auch der größte Teil der intellektuellen Arbeiten im Fertigungsprozess wird nicht mehr von Menschen ausgeübt werden müssen. Auch hochqualifizierte Arbeiter werden überflüssig. Übrig bleibt für die lebendigen Menschen der eigentlich inventive Teil der intellektuellen Arbeit – im Fertigungsprozess wie in allen anderen Bereichen der gesellschaftlichen Reproduktion; nicht mehr so sehr ‘Arbeit’ als vielmehr ‘Kunst’. Und haben wir uns das nicht schon immer gewünscht?

Der springende Punkt ist aber, dass nach Marx intellektuelle Arbeit (und Kunst) grundsätzlich “unter ihrem Wert” verkauft werden muss. Doch wenn am Ende nur sie für den Menschen übrigbleibt, kann das nicht mehr unter Marktgesetzen geschehen. Mit andern Worten, die aufs Intellektuelle herabgebrochene Arbeitskraft kann auf die Dauer nicht Ware bleiben, von deren Verkauf allein sich die große Masse der Menschen ernähren muss. Die werden einen andern Lebensunterhalt finden müssen. Und finden können, weil die Digitale Revolution die Produktion so explosiv steigern wird, dass alle leben können, auch wenn sie nicht selber an der industriellen Fertigung beteiligt sind.

Darum ist das Bedarfsunabhängige Grundeinkommen sowohl notwendige Voraussetzung als auch unausweichliche Konsequenz der Digitalen Revolution.

Siehe hier!

Wenn das erledigt ist, können wir übers Erweitern nachdenken.

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