Digitaler Klau.

aus Neue Zürcher Zeitung, 16. 11. 2010

Häufiger Diebstahl US-Zahlen zur Weiterverwendung von Online-Artikeln

ras. · Man weiss es: Im Internet wird ausgiebig kopiert. Oder um es drastischer zu sagen: Es wird regelmässig gestohlen. Die amerikanische Firma Attributor liefert nun neue Daten zum Unwesen: Sie durchforschte das World Wide Web zwischen März und Juli dieses Jahres und fand heraus, dass auf knapp 45 000 Websites mehr als 400 000 Dokumente illegal aufgeschaltet waren. Diese basierten auf 70 000 Artikeln, die ursprünglich auf Websites von Pressehäusern zu finden waren.

Ferner identifizierte Attributor 107 Websites, die innerhalb eines Monats mindestens 10 Artikel eines einzigen Medienanbieters gestohlen hatten und teilweise durch Werbeschaltungen Geld verdienten. Als volle Kopie zählte Attributor alle jene Artikel, die zu 80 Prozent mit dem Original übereinstimmten und dabei mehr als 125 Wörter umfassten. Diese Ergebnisse kann man in einer Zusammenfassung auf der Website von PRWeb nachlesen, welche Pressetexte vertreibt.

Attributor ist ein Unternehmen, das Online-Akteuren die Kontrolle ihres Materials im Internet anbietet. Es entwickelte Lösungen zum Schutz der Produkte von Medienhäusern. Im aktuellen Fall nahm Attributor Kontakt mit fehlbaren Website-Betreibern auf. Dabei waren 75 Prozent der Sünder bereit, die Lizenzbedingungen zu akzeptieren oder die betreffenden Texte auf ihrer Site zu löschen, wie Attributor schreibt.

Bereits vor einem Jahr führte Attributor eine ähnliche Untersuchung durch. Dabei entdeckte man während des Monats November über 75 000 Websites, die Online-Artikel von amerikanischen Zeitungen unerlaubt wiederverwendeten. Die Zahl der betroffenen Texte betrug 112 000. Im Durchschnitt wurde ein Zeitungsartikel zumindest teilweise über vier Mal kopiert. Grosse Zeitungen waren stärker betroffen. Deren Texte wurden durchschnittlich auf 15 weiteren Plattformen gefunden. Die Blogs machten dabei weniger als 10 Prozent der fehlbaren Websites aus. Die Kommerzialisierung der entwendeten Artikel erfolgte laut Attributor zu 53 Prozent über Google und zu 19 Prozent über Yahoo.

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Nota.

Ich gehöre auch zu diesen Klauern, wie die vorliegende Meldung schon wieder einmal zeigt. Sie stammt auch wieder einmal aus meiner Lieblingsquelle. Ich glaube aber, dass das den Quellen nützt. Ich klaue ja nicht die populärsten Texte, für die sie selbst genügend Leseer finden.

J. E.

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